Inhalt:
China in den ersten Jahrzehnten der manchurischen Qing-Dynastie, die das Land mit eiserner Faust beherrscht. Wu Dezhi (Chiang Kam) und He Jiayu (Wong Yue) sind beide Studenten in der Mingde-School von Master Zhang Liyi (Yen Shi-Kwan). Die beiden Schüler sind ständig in Streit miteinander, und bekriegen sich mit Streichen und Kabbeleien. Wu Dezhi gehört der Martial-Arts-Schule seines Vaters Wu Changju (Kwan Hoi-San) an, He Jiayu der Kampfschule seines Onkels He Guanzhong (Kwan Fung aka Gwan Feng), so gehen ihre Streitigkeiten stets darum, wer das bessere KungFu beherrscht.
Höhepunkte sind ein Kampf der beiden, zusammen mit ihren jeweiligen Mitschülern, als "Hahn" und "Tausenfüßler, sowie eine dumme Aktion in einer Todesgruft, in der ein Geisterbeschwörer und dessen Horde hüpfender Zombies agieren.
Master Zhang Liyi unterstützt eine beginnende Rebellion gegen das Regime der manchurischen Qing, und diese entsenden den äußerst gefährlichen KungFu-Fighter Luo Yihu (Hwang Jang Lee) vom "Northern Leg"-Clan, um diese Aktivitäten zu unterbinden. Es kommt zu etlichen Kämpfen, und Luo Yihu will zudem alle KungFu-Schulen der Region vernichten. Dann kommt es zum Duell zwischen Luo Yihu und Zhang Liyi, Zhang wird schwer verletzt, aber kann noch dem Tod entgehen. Später werden jedoch Wu Changju und He Guanzhong von Luo und seinen Schergen brutal getötet! He Jiayu und Wu Dezhi müssen nunmehr endlich ihre Kräfte bündeln.
Unterstützt werden sie von der resoluten Misses Chen (Wong Mei-Mei) und deren KungFu-erprobter und äußerst attraktiver Tochter Xiaowei (Sharon Yeung Pan-Pan). Luo Yihu löschte einst fast den gesamten Qingliang-Clan aus, dem die beiden Frauen angehören. Xiaowei tötete bereits den Qing-Schergen Wen (Ku Kuan-Chung), doch fällt ihre Mutter in einem brutal geführten Kampf Luo Yihu zum Opfer. Für Xiaowei, He Jiayu und Wu Dezhi steht unter der Leitung von Zhang Liyi ein eisenhartes Training in der KungFu-Technik "Qin Na" an, um Luo und seinen Schergen gewachsen zu sein.
Es kommt schließlich zum dramatischen Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1982 drehte Regisseur Hsu Hsia diese Mix aus dümmlich-albernen Comedy-Eastern und spannend-hochklassigem Martial-Arts-Actioner für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong. Es entstand einer der größten Kassen-Erfolge der Shaw Brothers in den Jahren eingangs der 1980er. Und das lag vor allem daran, dass dies hinsichtlich seiner KungFu-Action ein klasse Eastern der Shaw Brothers ist, der mit fulminanten, rassig-knallharten KungFu-Fights aufwartet. Gang starke, herausragende KungFu-Fightaction die hier geboten wird!
Allerdings muss man sich, auch in dieser Produktion bis zur 60. Minute (von insgesamt 94), als Zuseher erst mal durch eine Klamotte..., ja ich sag mal..., ´quälen´. Viel Nonsens-Klamauk und Grimassen, eine eher dumm-blöde Gruft-Aktion der Helden mit hüpfenden Zombies, und ein langer Take mit einem wie ein chinesischer Löwen- und Drachentanz gestalteter, angedeuteter "Kampf" zwischen einem "Hahn" und einem "Tausendfüßler". Das mag einem chinesisches Publikum gefallen, und vielleicht auch der typische Nonsens-Klamauk solcher KungFu-Klamotten mit Grimassen und Over-Acting, aber für unsereins ist das erst mal alles zu überstehen, musste ich mich da doch etwas durchquälen. Doch dann kommt... Hwang Jang Lee, der Superfighter und Kampfkünstler sondergleichen, die Dramatik in der Storyline steigt deutlich an, und die KungFu-Fightaction sucht seinesgleichen. Nach 60 Minuten ist es mit der Comedy vorbei, Drama und knallharte, visuell ansprechende Fightaction sorgen für die Wende, und entschädigen für vieles zuvor. Und da der letzte Eindruck wie ich oft hier zu schreiben pflege, immer der Frischeste ist, kann "Kid from Kwantung" noch reüssieren und einen sehr starken Eindruck am Ende beim Betrachter, beim Eastern-Fan, hinterlassen.
Die typische Shaw-Atmosphäre, die luxuriösen Edel-Sets im Studio und eine hochprofessionelle Aufnahme-Technik, ist zudem natürlich auch hier gegeben und ein Pluspunkt. Die Story ist, wie bereits angedeutet, beinahe zweigeteilt -erst Comedy dann dramatischer Actioner- doch auch klar und flüssig erzählt. Und leben tut dann alles von Hwang Jang Lees herausragendem Können, seinen starken Fight-Skills, schönes, exzellentes KungFu. Zudem leisteten gleich 3 Kampf-Choreografen (darunter auch Regisseur Hsu Hsia) sehr gute Arbeit, und dirigierten rasant-dynamische, abwechselungsreiche, harte und visuell ansprechende KungFu-Fightaction. Vor allem die letzte halbe Stunde, mit einem Fight nach dem anderen, einer sehr gelungenen Trainings-Sequenz mit kungfu-technischen Feinheiten und ein hartes, blutiges Fight-Finale, hat es in sich, und zieht "Kid from Kwantung" auch hinsichtlich meiner Benotung massiv hoch.
Hwang Jang Lee, zwar der Villain hier, aber der eigentliche Star dieses Eastern, zeigt vor allem in den Fights eine sehr starke Performance. Diese Leg-Techniken sind klasse, Hwang Jang Lee, ich wüsste nicht, dass er noch in einer anderen Produktion der Shaw Brothers mitwirkte, so bringt er einen Hauch von "Seasonal Films" (der Produktionsgesellschaft von Ng See-Yuen) hier rein was richtig gut tat, seine Leistung hier ist alleine schon die Betrachtung von "Kid from Kwantung" wert. Dazu diese Superstar-Aura, diese enorme Präsenz auf der Leinwand/dem Bildschirm nur von seiner Erscheinung her. Und seine beiden Duelle mit einem anderen starken und echten Kampfkünstler, Yen Shi-Kwan, sind echte Highlights, Schmankerl für den eingefleischten Eastern-Fan. Auch Yen Shi-Kwan zeigt eine geile Performance, beide Leihgaben anderer Studios, aber famos hier ihre Auftritte.
Dagegen fallen die beiden ´eigentlichen´ Helden hier, Wong Yue und Chiang Kam, fast ab. Obwohl auch sie in der letzten halben Stunde klasse fighten -Chiang Kam trotz Übergewichts-, aber in der ersten Stunde sind sie halt die beiden Streit-Hammel, die rumblödelnden Doofies. Immerhin, auch sie steigern sich im 3. Drittel. Kwan Fung (aka Gwan Feng) und Kwan Hoi-San als "Haus"-Sifus der Helden bieten eine solide Performance, und auch die beiden Damen im Cast tun dies:
Wong Mei-Mei als resolute Akteurin und Fighterin, ernsthaft im Spiel, was nur gut tun konnte, und ein dramatischer Fight mit Hwang Jang Lee. Sharon Yeung Pan-Pan, laut meinen Quellen war "Kid from Kwantung" ihr letzter Film für die Shaw Brothers. Sie guckt meist bedröppelt, und wirkt in ihrem Spiel damit eingeschränkt. Aber sie fightet dann elastisch-agil, mischt in der letzten halben Stunde kräftig mit, und sie ist eine der attraktivsten Actricen in der Eastern-Branche, wow ist die hübsch! Ich könnte Sharon Yeung Pan-Pan nur dann abweisen, wäre ich mit Fußballer-Gattin und Mega-Model Sabrina Tabakovic (ehemals Rosopulo) und TexMex-Wettervorhersage-Beauty Jackie Guerrido liiert -tja, von was ich so träume-.
"Kid from Kwantung", ein zwiegespaltenes Eastern-Vergnügen. Man mag kritisieren, dass man sich durch zuviel Nonsens-Klamauk erst mal ´quälen´ muss, und einen Film sollte man immer zur Gänze betrachtend bewertern, okay. Aber der letzte Eindruck ist der Frischere, und in der letzten halben Stunde wird "Kid from Kwantung" zum KungFu-Fightsaction-Hammer mit einer Top-Performance von Mega-Star Hwang Jang Lee. Das sorgt für sehr, sehr knappe, aufgerundete und vielleicht auch etwas wohlwollende, aber verdiente und redlich noch erfightete 8 von 10 Punkten in meiner Bewertung.