"An alle Eindringlinge: Wenn ihr den Anderen in den Tod nachfolgen wollt, graviert eure Namen unten ein und ich benachrichtige eure Angehörigen."
"Dungeons & Dragons - Die Macht der Elemente" ist im Gegensatz zum unabhängigen Vorgänger, eine Direct to DVD Produktion und thematisiert erneut das populäre, gleichnamige Rollenspielsystem.
Der einstige Untergebene des Erzmagiers Profion Damodar (Bruce Payne) ist mit einem Fluch belegt, der ihn fortan als Untoter durch die Welt schreiten lässt. Bereits 100 Jahre lang sucht er nach einer Möglichkeit sich von diesem Fluch zu befreien. Als er schließlich einen verborgenen, schwarzen Orb erlangt fällt der Fluch von ihm ab und gibt ihm die Möglichkeit einen schwarzen Drachen zu erwecken. Diese Möglichkeit nutzt er um sich an Izmer rächen zu können.
Durch eine Vision erkennt die junge Magierin Melora (Clemency Burton-Hill) die drohende Gefahr und wird gleichzeitig mit Damodars einstigem Fluch infiziert. Ihr bleiben nur ein paar Tage bis sie sich völligst in eine Untote verwandelt. Ihr Gatte Berek (Mark Dymond) macht sich daraufhin auf den Weg Damodar zu suchen, den Fluch zu brechen und Izmer vor dem schwarzen Drachen zu bewahren. Ihm folgen vier weitere Gefährten: Die starke Barbarin Lux (Ellie Chidzley), der Kleriker Dorian (Steven Elder), der Dieb Nim (Tim Stern) sowie die zauberbegabte Elfe Ormaline (Lucy Gaskell).
Nach dem an den Kinokassen gefloppten und scharf kritisierten ersten Teil hat man nur noch den Schauspieler Bruce Payne für eine Mitwirkung in einem zweiten Teil bewegen können. Der Rest lehnte dankend ab. Somit ist trotz einem überlieferten Charakter keinerlei Kenntnis des Prequels notwendig, da sich der Plot eigenständig und unabhängig des Erstlings entwickelt.
Gegenüber "D&D" orientiert sich "D&D 2 - Die Macht der Elemente" wesentlich näher am Pen & Paper System was vor allem Rollenspieler freuen dürfte.
Auffällig ist die nun düstere und ernstere Atmosphäre. Die knallig, bunten Farben sind realistischeren, bleichen Tönen gewichen und sprechen nun ein erwachseneres Publikum an. Auf allzu aufdringlichen Humor und Albernheiten wurde völligst verzichtet.
Genau genommen war es das aber schon an positiven Neuerungen.
Erneut lässt die diesmal durchgängig schauderhafte deutsche Synchronisation die Haare zu Berge stehen. Die Dialoge plätschern unglaubwürdig und lieblos vor sich hin und erfordern Anspruch untersten Niveaus. Hier fehlt die Flexibilität und Eigeninitiative der Schauspieler.
Die Besetzung der Figuren passt bei einigen tragenden Charakteren nicht überein. Mark Dymond sieht als strahlende Hauptfigur viel zu sauber aus, die hünenhafte Ellie Chidzley hat ein zu weiches Gesicht. Ein wenig mehr Liebe bei Frisurengestaltung und Maske hätte plausiblere Figuren erschaffen können. Aber allen Anschein nach sollten gewisse Charaktere einfach nur gut und nicht zweckmäßig aussehen. Hinzu gesellen sich laienhafte Kostüme und eine mikrige Ausstattung.
Auf eine Entwicklung der Charaktere wird verzichtet. Die Figuren erhalten keinerlei Tiefe, sind plump oder hoffnungslos überzeichnet und handeln scheinbar ohne eigenen Willen. Zumindest wird von den meisten ihre eigene Motivation, sich der gefährlichen Reise anzuschließen, nie geklärt.
Durch diese Punkte wird ein Großteil der fantastischen Atmosphäre zerstört.
Die standardisierte Geschichte wird lieblos und ohne Zusammenhang erzählt. Auf spannende Wendungen wartet man vergeblich, der Mut zur Innovation fehlt. Somit läppert sich der Plot langwierig und zäh dahin, auch wenn ein paar gute Ideen ihren Platz gefunden haben.
Gegen Ende wird es gar unlogisch wenn Berek Damodar droht ihn zu töten, welcher der einzige ist, der den Fluch von Melora lösen kann. Und der Witz ist, er geht sogar darauf ein. Hat da jemand bei Drehbucherstellung nicht aufgepasst oder sollte die Figur Damodar einfach strohdumm sein?
Hinzu gesellt sich eine unspektakuläre Präsentation. Von ein paar wenigen guten Kampfszenen im mittleren Teil des Films abgesehen, bietet sich nur liebloses Allerlei. Zumindest die Drachen sehen einen Tick besser als im ersten Teil aus, die Special Effects bleiben aber bestenfalls im durchschnittlichen Bereich.
Der Vorgänger war definitiv kein Meilenstein, bot aber immerhin noch eine gewisse Unterhaltsamkeit und verstrickte seine Elemente miteinander. "Die Macht der Elemente" merkt man seine Direct to DVD Produktion in allen Bereichen an. Die unspektakuläre Inszenierung verbreitet gähnende Langeweile statt fantastischer Atmosphäre, laienhafte Schauspieler wandeln unmotiviert über die Bildfläche und bieten keinerlei Zugang zu ihren Figuren. Trotz der Nähe zum Regelwerk macht dieser Film keinen Spaß.
2 / 10