Der Arzt Louis Creed (Dale Midkiff) zieht mit seiner Frau Rachel (Denise Crosby) und seinen beiden Kindern Ellie (Blaze Bendahl) und Gage (Miko Hughes) aufs Land, um am ortsansässigen College als Arzt zu praktizieren. Schnell freundet sich die Familie mit dem schrulligen Nachbarn Jud Crandall (Fred Gwynne) an, und schon bald fühlen sie sich dort heimisch. Doch nach und nach bricht das Unglück über die Familie ein : auf der stark von LKWs befahren Strasse, die am Haus der Creed’s vorbeiführt, wird Church, die von Ellie über alles geliebte Katze der Familie, überfahren. Um Ellie diese böse Nachricht nicht übermitteln zu müssen, vergraben Louis und Jud die Katze auf einem nahgelegenen ehemaligen Indianerfriedhof. Wie es die alte Sage besagt, wird das dort vergrabene Lebewesen wiedererweckt – doch es ist nicht mehr das selbe wie vorher. Als bei einem tragischen Unfall der kleine Gage ums Leben kommt, vergräbt der verzweifelte Louis entgegen aller Warnungen die Leiche seines kleinen Sohnes an der selben Stelle. Das hätte er besser nicht tun sollen, denn nicht nur der alte Jud weiß : „ Manchmal ist der Tod besser “...
Im Vergleich zum großartigen gleichnamigen Bestseller von Stephen King, gelingt es Regisseurin Mary Lambert nicht in voller Gänze, die verschiedenen Facetten der Handlungsweisen von Louis Creed in den Film zu transportieren. Obwohl Dale Midkiff schauspielerisch voll überzeugen kann (wie übrigens auch so gut wie alle weiteren Akteure – allen voran der kleine Miko Hughes, den wir auch aus der Schwarzenegger – Komödie „Kindergarten Cop“ kennen), gelingt die Charakterzeichnung nicht perfekt. Einiges aus dem Buch, was durchaus wichtig gewesen wäre, wurde komplett weggelassen; andererseits kann man dem Film diesbezüglich keinen Vorwurf machen, denn welcher Fan wäre schon an einem 3 Stunden Epos von „Friedhof der Kuscheltiere“ interessiert gewesen ?
Handwerklich ist Mary Lambert bei der Verfilmung von „Friedhof der Kuscheltiere“ – im Gegensatz zum miserablen zweiten Teil – sowieso nichts vorzuwerfen. Entsprechend dem Thema des Filmes (nämlich der Umgang mit dem Tod und dessen Folgen) ist die Grundstimmung genauso düster wie der Tierfriedhof bei Nacht. Dafür sorgen nicht zuletzt die Figur des tödlich verunglückten Victor Pascow (dessen Geist den Familienvater Louis Creed vor drohenden Unglücken warnt), die Figur der von einem Krebsgeschwür zerfressenen Haushälterin Missy Dandridge (die Selbstmord begeht) oder die Figur von Rachel’s verkrüppelter Schwester Zelda (die Rachel in ihren Tagträumen erscheint). Und über allem schwebt der geheimnisvolle Satz : „ Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger “ ...
Daneben stellt der kleine Gage Creed nach seiner Rückkehr als Untoter einen der fiesesten und unheimlichsten Killer der Filmgeschichte dar (er erinnert dabei etwas an „Chucky“). Die Sequenz, in welcher der Kleine nach seiner Verwandlung und ein paar begangenen Morden aus dem Nachbarhaus von Jud Crandall seinen Vater anruft und ihn bittet, er möge mit ihm „spielen“, danach aber eine ganz fiese Lache aufsetzt, sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für Gänsehaut. Gerade zum Ende hin zeigt der Film für eine Stephen-King-Verfilmung ziemlich explizite Gewaltdarstellungen. Diese Szenen gehören zu den blutigsten Effekten, die überhaupt in den Verfilmungen der Bücher des Horror- Großmeisters zu sehen sind. Glücklicherweise ist die ungeschnittene Fassung des Filmes mit Erscheinen der DVD von Paramount vom Index für jugendgefährdenden Schriften genommen worden und ist somit der breiten Masse zugänglich.
Vor allem auch akustisch gibt sich der Film keine Blöße. Im Gegenteil : es werden immer die passenden Gruseltöne zum dargestellten Bild gefunden – meistens unheimliche Pianomelodien.
Daneben finden sich im Soundtrack zwei Klassiker der Kultband „The Ramones“, nämlich zum einen „Sheena is a punk rocker“ und zum anderen das unvergessene „Pet Sematary“, welches noch heute auf keiner Independent –Party fehlen darf, als Abspannmelodie.
Fazit : Mary Lambert ist ein Klassiker des modernen Gruselkinos gelungen. Obwohl der Film sich mit der Einführung der Figuren Zeit lässt und das Erzähltempo relativ moderat gehalten ist, ist er doch zu keiner Zeit langweilig. Und es sind oft sogar die Momente der Ruhe, die in Erinnerung bleiben. So beispielsweise die Sequenz, in welcher Louis Creed seinem über alles geliebten Sohn Gage nach seiner Verwandlung ein Gift injiziert, ohne dass Gage sich in diesem Augenblick wehren würde. Danach versprüht der Kleine plötzlich wieder die Aura des unschuldigen, nach Schutz suchenden Kindes.