Bevor ich mir den Film angesehen habe, habe ich zuerst das Buch von Stephen King gelesen. Nach 200 Seiten wurde es dann tatsächlich auch spannend und nach weiteren 200 Seiten wurde es wirklich unheimlich gruselig! Umso enttäuschter war ich dann von dem Film. Natürlich muss man da einiges raffen, aber ich kann nicht verstehen, wie Stephen King, der selbst für das Drehbuch verantwortlich war, so viele Elemente auslassen konnte. Anstelle von Juds Frau stirbt dann einfach die Haushälterin und das Ende ist auch ganz anders.
Wo ich mir beim Lesen des Buches beinahe vor Angst ins Höschen gemacht habe, hab ich mich bei dem Film meistens nur gelangweilt. Der Auftritt des 'Wendigo' besteht im Film aus dem Umknicken eines Baumes - weiterhin nichts!
Ich kann verstehen, dass man den Film mag, denn isoliert gesehen (ohne direkten Vergleich mit dem Buch) ist er an mancher Stelle durchaus spannend und natürlich auch ein bisschen ekelig, aber der richtige 'Knaller' fehlt meiner Meinung nach. Beispielsweise findet fast alles bei Tageslicht statt und die Episode auf dem Friedhof scheint ein rechter Spaziergang zu sein. Louis hat keine Probleme, das Grab auszuheben und wird von nichts und niemandem dabei gestört. - Am hellichten Tag! Und dass Gage gegen Ende des Films seinen Vater im Haus anruft, ist einfach nur albern. Dazu finde ich den Darsteller des Louis ziemlich ausdruckslos. Eine Entwicklung vom Familienvater und vernünftigem Wissenschaftler zum verrückten Psychopathen findet nicht statt.
Also, wer den Film spannend findet, sollte mal das Buch lesen, denn im Vergleich dazu ist er absoluter Müll. Aber allein die Geschichte und die paar spannenden Momente reichen meiner Meinun nach dennoch aus, um 6 Punkte vergeben zu können.