Das Buch, welches ja so genial sein soll, habe ich nicht gelesen, weil ich auch allgemein kein Bücherwurm bin. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch besser sein könnte als die visuelle Interpretation der Geschichte.
Es beginnt alles recht harmonisch mit einer Familie, die aufs Land zieht. Dazu der alte, überaus sympathische Mann, der speziell Louis Ratschläge gibt und Geschichten erzählt. Allerdings lässt der geheimnisvolle Weg und die gefährliche Straße schon etwas Spannung auf das zu, was noch folgt.
Die Geschichte nimmt einen soliden, recht spannenden Lauf und man will sehen was folgt. Die darstellischen Leistungen sind recht gut, am besten gefiel mir persönlich der alte Judd, der sehr autentisch rüberkam, das könnte auch mein Großvater gewesen sein. Die Filmminuten vergehen, in welchen vorallem die Szene mit dem Geist des Victor hervorsticht. Diese ist nicht sehr gelungen, da man dem Darsteller des Geistes anmerkt, dass er gruselig wirken will, was aber nicht gelingt. Auch die Spannung bleibt in dieser überaus wichtigen Szene aus.
Besser waren dort schon die Sequenzen mit der wiederauferstandenen Katze, die zeigen, dass noch eine Menge im Verlauf folgen wird. Außerdem nimmt oft Teil an den Gedanken und Unruhen der Familie Louis', während diese sich nach Gages Tod in Chicago befinden. Die Szene, als Louis Gage aus dem Grab holt erschien mir recht grotesk, da am Tage sicherlich auch Leute herumlaufen, was es Louis nicht einfach gemacht hätte, aber nun gut, das kann man als Logiklücke abheften.
Den Rest kann man aufgrnd der Vorgeschichte schon ahnen, dass Gage nicht sehr freuderfüllt zurückkommt. Auch den Tod von Judd und Rachel konnte man ohne hellseherische Fähigkeiten ahnen, die Spannung la eher darin, wie die Splatter- und Goreeffekte ausfallen würden, die mir ohnehin übel aufgestoße sind.
In einem bis dahin guten Gruselfilm werden dann noch unnötige Akte wie der Biss in die Kehle des Judd gezeigt, die den Film nicht besser machen. Diese Menge an Effekten gegen Ende hätte man sich sparen können, da diese den Film nicht tragen, so wie bei den bekannten Slashern, die außer sowas nicht viel bieten können.
Die Wandlung des Louis kommt auch recht gut rüber, der sich von einem netten, aber recht ahnungslosen Vater, zu einem verweifelten Psychophaten - hervorgerufen durch Gages und verstärkt durch Rachels Tod - wandelt und durch Naivität zum Schluss sein Leben verliert.
"Friedhof der Kuscheltiere" ist ein solider gemachter Gruselfilm, der manch Schwäche aufzeigt, insbesondere der unnötigen Effektorgie zum Schluss, aber doch gut fesselt und unterhält.
8/10 Punkte