Review

Nachdem Stephen King sich nicht unbedingt gefreut hat über die Verfilmungen einiger seiner Romane in den 80ern (Flächendeckend sind hier Kinder des Zorns und Running Man gemeint), griff er Ende der 80er selbst zur Feder, um den bis dato wohl düstersten seiner Romane kongenial auf die Leindwand zu bringen. King als Drehbuchautor, eine Sache, die auch heute noch manchmal überzeugen kann.

Mal über den merkwürdigen, aber doch kultverdächtigen deutschen Titel Friedhof der Kuscheltiere hinweggesehen, hält sich der Film sehr nah an das Buch, nur wenige Abstriche wurden gemacht. Louis Creed zieht mit seiner Familie in ein kleines, weißes Haus in Ludlow, dass doch recht nahe an einem Highway liegt, auf dem beinahe ununterbrochen riesige Trucks ihr Unwesen treiben. In seinem neuen Nachbarn Jud findet Louis einen ersten Freund. Und gleich am ersten Arbeitstag wird Louis als Campus-Arzt mehr wie überrascht, als ein halbtoter Student in seine Praxis geliefert wird. Victor Paskow trug sich eine riesige Wunde am Kopf zu und Louis kann trotz gröbster Bemühungen herzlich wenig für ihn tun. Doch die beiden verbindet eine merkwürdige Beziehung, denn fortan begleitet Victor in Gestalt eines Geistes Louis auf seinem Wege und warnt ihn vor dem, was hinter dem Tierfriedhof (Ein kleiner Friedhof nicht weit vom haus der Creeds entfernt) haust. Wenig später stirbt der Hauskater Church, während Louis' Frau inklusive Tochter und Sohn bei den ihm verhassten Schwiegereltern zu Besuch sind. Louis will den Kater ganz normal begraben, doch Jud macht ihm den Vorschlag, weiter auszuholen und so kommt es zur fahrlässigen Handlung: Jud führt Louis zum alten Indianerfriedhof der Mic Macs, der relativ weit vom Tierfriedhof entfernt ist. Louis ist natürlich irritiert wie ne' Scheibe Toast, buddelt aber auf Bitte Juds ein Loch in die harte Erde und gräbt Church ein. Wenig später kehrt der Kater zurück, anscheinend lebendig, aber mit einem fürchterlichen Totengeruch behaftet. Nun ist Louis vollkommen verwirrt, doch er zieht eine gute Miene und erzählt seiner Tochter nichts davon. Nachdem das Leben trotz Zombie-Kater wohl wieder im Einklang ist, passiert schließlich das furchtbarste was man sich vorstellen kann. Sohnemann Gage läuft auf den Highway und wird überrollt. Nun ist Familie Creed natürlich wieder vollkommen fertig und Louis beschließt das anscheinend für ihn einzig annehmbare: Er verbuddelt Gage auf dem alten Indianerfriedhof, in der Hoffnung, sein Sohn kommt heil und allseits lieb wieder; doch das genaue Gegenteil passiert.

Friedhof der Kuscheltiere gehört jeher zu dem besten von King. Das Buch übermittelt eine eindringlich intensive Atmosphäre und schockiert auf seine eigen Art und Weise. In dem Fall ist es auch nicht verwunderlich, wenn man nach diesem Buch Alpträume bekommt. Natürlich ein schweres Erbe für den Film, und wie erwartet kann er diese düstere Stimmung nicht vollends überzeugend rüberbringen. In einigen Szenen keimt zwar diese Stimmung auf, aber letzendlich fehlt dem Film etwas der Charme des Buches. Aber um einiges schwerer erwies sich die Gestaltung des Endes, in dem Klein-Gage als Zombie auf Massaker-Tour geht. Mithilfe einer Puppe wurde das aber wirklich gut gemeistert, das Ende ist eh einer der Stärken des Films. Würde Zelda, die tote Schwester von Rachel Creed, nicht hintergründig zur Story gehören, könnte man die Nebenstory um sie im Film als unnötig empfinden. Im Buch war Zelda ebenfalls ein starker Pfeiler des Todes, im Film kommt sie etwas nebensächlich und aufgesetzt vor. Die Maske ist gut gelungen, nur die Synchronisation wirkt etwas quietschig... und was man im deutschen mit Gage's Stimme angestellt hat grenzt an öffentlicher Körperverletzung. Gage hört sich auf der deutschen Tonspur an wie ein jugendlicher Wicht, der seine Stimme versucht, so hoch wie möglich zu stellen. Und solche sinnfreien Dialoge wie "Hihi, ihr habt euch geküsst, Mami!" ähneln mehr den aufgesetzten Texten eines schlechten Kinderbuches. Mal abgesehen davon, dass ein zwei,-dreijähriger kaum so sauber solche Sätze sagen kann. Aber nun gut.

So hat Mary Lambert als Regisseurin ganz gute Arbeit geleistet, auch wenn das hier zusammen mit Friedhof der Kuscheltiere 2 ihr wohl bekanntester Film ist und bleiben wird - denn mit Filmen wie Düstere Legenden 3 schoss sich Lambert in letzter Zeit immer tiefer in die staubige und unaufgeräumte Ecke der belanglosen Filme.

Fazit

Wohl eine der gelungensten King-Adaptionen - und der bekanntesten. Friedhof der Kuscheltiere verbindet alles, was wir fürchten, nur kommt dann nicht so intensiv rüber wie im Buch... aber welcher Film ist besser als das Buch dazu?

8/10

Details
Ähnliche Filme