Review

„Friedhof der Kuscheltiere“ ist nicht nur eine der besten und spannendsten Verfilmungen Stephen Kings, sondern auch eine mit Tiefgang.
Die Familie Creed zieht in ein idyllisches Haus am Rande einer Kleinstadt ein, welches an einer viel befahrenen Straße liegt. Ihr einziger Nachbar ist der alte Jud Crandall (Fred Gwynne), welcher sich bald mit ihnen anfreundet und sie in die Umgebung einweist. Langsam beginnt „Friedhof der Kuscheltiere“, wobei der das ruhige, aber trotzdem unheilvolle Tempo erst zum Ende hin erhöht wird.
In der Nähe des Familiendomizils liegt auch der Tierfriedhof der Umgebung. Hier vergraben die Kinder ihre verstorbenen Haustiere. Mutter Rachel (Denise Crosby) findet das zwar grausam den Kindern gegenüber, aber Jud erklärt es sei eine erste Erfahrung um mit dem Tod umzugehen. Die Location des alten Indianerfriedhofs, welcher den Titel des Films gibt, ist skurril und gruselig, auch wenn noch nichts passiert ist. Aber so wird langsam die Atmosphäre des Films aufgebaut, was Regisseurin Mary Lambert sehr gut gelingt.

Als die Familienkatze an der gefährlichen Straße überfahren wird, ist nur Vater Louis (Dale Midkiff) zu Hause. Aus Mitleid mit der Tochter weiht Jud ihn in das Geheimnis des Tierfriedhofs ein: Vergräbt man ein totes Haustier an einer bestimmten, abgeschirmten Stelle, kommt dieses zurück ins Leben – allerdings gefährlicher als zuvor. Da die Katze allerdings nichts gefährliches ausrichten kann, nehmen er und Louis das Risiko auf sich. Doch bald startet eine Kette von verhängnisvollen Ereignissen...
Die Handlung von „Friedhof der Kuscheltiere“ verläuft ruhig, aber sehr spannend. Dabei sind mehrere Faktoren für das Gelingen verantwortlich: Zum einen die Charaktere mit Tiefgang. Man fühlt mit den Protagonisten mit und versteht auch ihre Handlungen, die in gutem Glauben geschehen, aber die Situation immer noch verschlimmern. Vor allem Louis wird zu einer Art tragischem Helden – am Ende erwartet ihn dann auch ein Filmschluss, der an eine griechische Tragödie erinnert. Zum anderen sind Atmosphäre und Schockeffekte sehr gut bereitet: Düstere und stimmige Locations, das immer wieder recht geschickte Motiv der „cat attack“ (typisches Merkmal eines jeden Horrorfilms) oder gruselige Einfälle wie z.B. deplaziertes Kinderlachen (wie gruselig ein lachendes Kind in einem verlassenen Haus klingt *brrr*).
Erst zum Ende des Films steigert der Film Tempo und Härtegrad, was zu der Story passt (wieder im Vergleich mit einer griechischen Tragödie). Dabei kommt „Friedhof der Kuscheltiere“ auch mit nur wenigen Toten aus; durch die geschickte Machart und die wenigen, aber optisch sehr gelungenen Gore-Effekte schocken die Szenen dafür aber ziemlich herbe.

Kleine Schwächen hat der Grusel allerdings doch: Das geringe Tempo passt zwar, aber trotzdem hätte man den Film durchaus etwas straffen können oder die Geschwindigkeit doch etwas mehr erhöhen können. So gruselt man sich zwar, aber mit mehr Rasanz wäre Top-Horror wie „Halloween“ oder „Nightmare – Mörderische Träume“ drin gewesen. Auch wenn ich den Roman nicht kenne, so merkt man doch dem Film einige Straffungen der Story an (einige Subplots wie z.B. Rachels Schwester oder der „Schutzengel“ hatten im Buch bestimmt mehr Raum). Mich persönlich hat auch der typische Horrorfilmfehler an einer Stelle gestört: Eine Person betritt ein Haus, weiß das dort die Gefahr lauert, holt aber keine Hilfe und schützt auch gerade die Körperpartien nicht, die in Reichweite des Bösen liegen.
Die Schauspieler sind zwar allesamt eher unbekannt, aber leisten trotzdem tolles. Vor allem Dake Midkiff als verzweifelter Vater ist klasse (man muss mit ihm leiden und versteht sogar seine Fehler). Auch Fred Gwynne als ähnlich gelagerte Figur (auch er will eigentlich nur Gutes tun und hilft so die Tragödie auszulösen) spielt sich ins Herz der Zuschauer. Da sieht Denise Crosby als eher passive Figur in der Geschichte relativ blass aus. Dafür sind die Kinderdarsteller der Gage-Kinder gut.

„Friedhof der Kuscheltiere“ ist ein atmosphärischer Grusler, der mit wenig Gewalt auskommt und nur wenigen Schwächen aufweist. Zudem ist der dazugehörige Song „Pet Cementary“ von den Ramones ein echter Kracher also unbedingt Abspann gucken. Empfehlenswert ist die deutsche DVD von Paramount: Ungekürzt und im richtigem Bildformat; zudem macht die tolle Bild- und Tonqualität den Film noch gruseliger.

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