Es gibt nur wenige King-Verfilmungen, die mir wirklich zusagen, aber Friedhof der Kuscheltiere gehört zu diesen wenigen Filmen, von denen man behaupten kann, dass sie den Romanen wenigstens einigermaßen Ehre machen.
Der Plot von Friedhof der Kuscheltiere verläuft sehr langsam in seiner Erzählweise, und wird zudem von familienfreundlichen Bildern und einer heilen Idylle, wie man sie sich wünscht, begleitet. Langsam aber sicher, und das merkt der Zuschauer, steuert das Familienglück auf einen unausweichlichen, grauenvollen Alptraum zu. Glücklicherweise hat Regisseurin Mary Lambert nicht versucht, diesen mit dem Holzhammer hervorzuholen, sondern zieht die Familie sowie den Zuschauer Schritt für Schritt in einen grauenerregenden Sog, aus dem man sich nicht mehr befreien kann. Zuerst muss die Katze von Louis' (Dale Midkiff), welcher wirklich authentisch agiert, Tochter dran glauben. Daraufhin, um ihr den Schmerz dieses Verlustes zu ersparen, begräbt er diesen auf dem "verbotenen" Indianerfriedhof. Als dann auch noch sein Sohn Gage von einem Truck überfahren wird, brennen bei Louis endgültig alle Sicherungen durch und er beerdigt auch diesen, entgegen der Warnungen seines Nachbarn Jud (Fred Gwynne), in der verdorbenen Erde. Nun kann der Alptraum beginnen...
Die Atmosphäre, die hier geschaffen wurde, ist mystisch und furchteinflößend zugleich. Für diese Grundstimmung sorgen nicht zuletzt Figuren wie die des verunglückten Victor Pascow oder die von Rachel's (Denise Crosby) verkrüppelter Schwester Zelda, welche ihr in ihren Tagträumen erscheint. All diese Charaktere, aber ganz besonders der wiederauferstandene kleine Gage, der sich zuallererst daran macht, mit Jud zu "spielen", lässt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Dabei kann vor allem sein fieses Lachen für Gänsehaut sorgen, wenn er seinen Vater von Jud's Haus aus anruft und ihn bittet, rüberzukommen, damit sie gemeinsam "spielen" können. Der Kleine ist wohl einer der fiesesten Mörder der Filmgeschichte - einfach gruselig!
Auch positiv anzumerken wäre die Tatsache, dass dieser Film nicht einfach nur auf blutige Effekte oder den Gruselfaktor setzt, sondern ganz nebenbei Tiefgang besitzt. Es geht nämlich auch um den Umgang mit dem Tod und einem möglichen Leben danach (damit meine ich nicht das Leben nach dem Indianerfriedhof).
Mary Lambert ist mit Friedhof der Kuscheltiere ein atmosphärisch dichter und sehr spannender Horrorfilm gelungen, der noch heute für Gänsehautfaktor sorgen kann. Dazu gibt es einige sehr blutige Szenen und einen tollen Soundtrack. Wer sich mal wieder ein wenig gruseln möchte, dürfte mit diesem Film gut bedient sein. Achtung: Nichts für schwache Nerven!
8/10