King Verfilmungen sind immer so eine Sache, oft wurden und werden sie reißerisch beworben, können dann aber häufig nicht das halten was sie versprechen. Mary Lambert zählt dagegen zu den wenigen Ausnahmen, die eine würdige King Verfilmung abgeliefert haben, vielleicht sogar die bisher beste. Die Rede ist von „Friedhof der Kuscheltiere“ aka „Pet Sematary“ – eigentlich wäre die korrekte Schreibweise Pet Cemetery. Bei dem Titel handelt es sich aber um eine bewusste kindliche Falschschreibung, die in der deutschen Übersetzung in die Hose ging. Im Film bleibt die Erklärung zu einem späteren Zeitpunkt aber enthalten - unnützes Wissen Ende.
Louis Creed zieht mit seiner Frau und seinen zwei Kindern nach Maine, um dort seinen Job als Arzt an der Uni anzunehmen. Doch schon sehr bald wird die heimische Idylle getrübt, denn der Tod hält kontinuierlich Einzug in die Familie. Als die Katze Church der kleinen Tochter stirbt, begeht der alte Nachbar Crandall aus Mitleid einen großen Fehler. Er zeigt Louis eine alte indianische Begräbnisstätte hinter dem örtlichen Tierfriedhof. Wer dort begraben wird, kehrt von den Toten zurück. Derjenige wird aber nie wieder derselbe sein. Als kurz darauf der kleine Sohn Gage überfahren wird, zögert Louis nicht lange und begräbt auch seinen geliebten Sohn an diesem unheiligen Ort, mit tödlichen Folgen.
Mary Lamberts Verfilmung des King Klassikers „Friedhof der Kuscheltiere“ ist wirklich ein Meilenstein des Horrorfilms. Selten wurde so vielschichtig und glaubwürdig das Thema Tod und der damit einhergehende Verlust thematisiert und in Bilder gefasst. Einen großen Teil zum Gelingen dieses Kunststücks ist den Darstellern zuzurechnen. Vor allem die Jungschauspieler machen ihre Sache fantastisch, allen voran Ausnahmetalent Miko Hughes, der später u.a. noch in dem Film „The Mercury Puzzle“ brillierte. Aber auch Dale Midkiff, Denise Crosby und Herman Munster Darsteller Fred Gwynne spielen hervorragend und gehen förmlich in ihren Rollen auf. King persönlich hat auch einen kleinen Cameo-Auftritt als Pfarrer während der Beerdigung der Haushälterin Missy.
Der Film funktioniert vor allem deshalb so hervorragend, da er den realen Horror mit dem Genre des Horrorfilms vermischt. So treffen Verlustängste und Kindstod auf die aus Fehlentscheidungen resultierende Wiedergeburt der Toten. Obwohl die Effekte definitiv nicht im Vordergrund stehen, sind diese mehr als gelungen. Vor allem Louis Schutzengel Victor Pascow sieht hübsch eklig aus, bringt aber als einziger noch etwas auflockernden Humor in den Film.
Musikalisch gibt es eine atmosphärische Score zu hören, die sich gut in das tolle Set Design einfügt. Aber auch für rockige Klänge ist gesorgt, für die sich die Ramones verantwortlich zeigen. Sie waren Feuer und Flamme für den Stoff uns steuerten sogar den Titeltrack „Pet Sematary“ bei, der später auf dem Album "Brain Drain" erschien.
Die Geschichte wurde im Gegensatz zu Kings Roman natürlich um einige Seiten erleichtert und etwas auf die filmischen Gegebenheiten angepasst. Diese Eingriffe sind jedoch durchaus gelungen und stören den Fluss des Films nicht, erhöhen sogar etwas die Geschwindigkeit. Zum Showdown hin wird die morbide Atmosphäre immer weiter angezogen und bietet in Summe echt harten Stoff, der auch heute noch unter die Haut geht.
Mittlerweile ist der Film nach jahrelanger Indizierung ungekürzt ab 16 freigegeben. Ein durchaus diskussionswürdiger Schritt, da die zermürbende Stimmung sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft. Für hartgesottene ist der Film aber eine klare Empfehlung.
Fazit: „Manchmal ist der Tod besser.“. Dieses Zitat fasst perfekt den Horror-Meilenstein „Friedhof der Kuscheltiere“ zusammen. Fern ab von gängigen Monstern und Schlitzern, führen uns King und Lambert in eine Welt des Horrors, die vor allem so unheimlich daherkommt, da man sich ihr nur schwer entziehen kann. Die Fortsetzung zum Filmhit wurde ebenfalls von Lambert inszeniert, hat bis auf die Grundidee aber nicht viel mit dem Original gemein.