Manchmal kommen sie wieder...
Stephen King-Verfilmungen gibt es gefühlt fast mehr als Stephen King-Bücher - von Lächerlichkeiten über umstritten oder Made-For-TV bis Meisterwerk ist alles dabei. "Pet Sematary" würde ich sicher nicht direkt neben Kubricks "Shining" auf die höchste Stufe stellen, doch er kratzt ziemlich eindeutig an dieser Kategorie der sehr guten Werke. Ein glückliche Familie zieht in ein abgeschiedenes Landhaus, vor dem über eine Schnellstraße lebensgefährliche LKWs heizen - kein Wunder, dass nicht weit vom Anwesen ein Tierfriedhof fast überquillt. Als eines Tages auch die Katze der Familie überrollt wird, begräbt der Vater diese gegen seinen natürlich Instinkt auf Anraten des mysteriösen Nachbarn auf einem alten Indianerfriedhof. Und die dortige Erde bürgt ein schreckliches Geheimnis, dass Tote wieder zum Leben erweckt. Allerdings sind diese Wiederkehrer, ob Tier oder Mensch, dann nicht mehr ganz die Alten...
"Friedhof der Kuscheltiere" ist nicht in all seinen Teilen gut gealtert, so wirkt so manch ein Puppeneffekt unfreiwillig komisch, die Darsteller mögen dramatisches Overacting und die deutsche Synchro verstärkt diesen Eindruck noch. Und trotz allem über die Zeit entstandenen Staub, ist er noch immer eine feine King-Adaption und ein wirklich gruseliges Märchen. Einer der besten Grusler, die je von einer Frau gemacht wurden. Fast einer der besten Filme allgemein mit weiblicher Regie. Dinge die man nach "Pet Semetary" nicht mehr so sieht wie vorher: Achillessehnen, Katzen, kleine blonde Jungen, LKWs auf Landstraßen und natürlich Tierfriedhöfe. Die Atmosphäre ist noch immer on Point und diese Kleinfamilie auseinanderfallen zu sehen, sowohl physisch wie psychisch, ist kein angenehmer Anblick. Selbst wenn man nicht immer alle Entscheidungen und Aktionen nachvollziehen kann. Ihr seht, Fehler finde ich bei diesem Kuscheltieralptraum zu genüge, seinen herzensnahen Platz hat er bei mir trotzdem safe. Ein liebgewonnener, naiver Alptraum, der vielleicht gerade durch seine Ecken und Kanten so intim und persönlich berührt. Oder durch seinen köstlichen Final Shot. Oder vielleicht nur weil man ihn viel zu früh in seinem Leben gesehen hat ;).
Fazit: nicht nur für Tierliebhaber ein Gruselclassic - eine der besten King-Verfilmungen. Und eine mit der der Meister selbst zufrieden ist, was bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist!