Das neue Zuhause von Familie Creed liegt im Grünen. Und an einer stark befahrenen Straße. Wie ihnen der Nachbar erzählt, haben auf dieser schon etliche Haustiere ihr Leben verloren und so zeigt er der Familie bald einen nahegelegenen Friedhof für die tierischen Familienmitglieder. Und bald erfährt Louis Creed, dass es hinter diesem noch einen weiteren Friedhof gibt.
„Pet Sematary“ ist über weite Strecken mehr ein Drama, sinniert über die Themen Verlust, Tod und Loslassen. Das spiegelt sich auch in Gesprächen zwischen Louis und seiner Tochter wider und zieht sich durch den ganzen Film. Dabei wird der Tod sowohl als Last als auch als Erlösung gezeigt, wirklich vertiefen will der Streifen das Thema aber letztlich nicht, er nimmt es eben als Rahmen.
Übernatürliches und auch Horrorelemente finden sich dennoch in dieser Verfilmung von Mary Lambert. Die Einführung des Tierfriedhofs bzw. dessen, was dahinter lauert, bietet den mysteriösen Unterton, welcher mit fortschreitender Laufzeit lauter wird. Das Werk bleibt dabei zielstrebig, baut in verschiedenen Phasen das Unheil auf, bis es dann nicht mehr zu bewältigen ist und man verdammt ist, Louis bei Verzweiflung und Untergang zuzusehen. Bis zur letzten Minute.
Inszeniert ist das überwiegend in gemächlichem Tempo und visuell wenig aufregend, die Kamera agiert weniger einfallsreich denn routiniert. Das Skript lässt sich im positiven Sinne Zeit und etabliert Figuren und Orte, baut dabei stufenweise seinen Grusel auf. Erst wird darüber erzählt, dann versucht man sich an dem Haustier, später eskaliert es dann. Dabei mag man die Verzweiflung, die zu den Taten führt, nachvollziehen, dennoch bleibt der Film immer etwas entrückt und ließ mich nicht vollends eintauchen. Das mag auch an der Gewichtung liegen, denn dem passend langsam steigenden Aufbau folgt ein Abarbeiten der Konsequenzen, welches sich generisch und von Subtilität befreit gibt, anstatt weiter auf der etablierten Stimmung aufzubauen.
Das Ensemble spielt solide, Dale Midkiff und Denise Crosby als Ehepaar haben allerdings nicht die beste Chemie und Midkiff die Ausstrahlung eines Putzeimers. Fred Gwynne als Nachbar Jud funktioniert in seiner verhängnisvollen Rolle da schon spürbar besser. Stephen King verfasste nicht nur die literarische Vorlage und auch das Drehbuch, er gönnte sich einen kleinen Auftritt auf einer Beerdigung. Erwähnung verdient auch Miko Hughes als Sohn Gage, der mit seinen beim Dreh zwei bis drei Jahren eine gute Leistung liefert.
„It's your cat now."
Mit einer für einen Genrefilm spannenden Grundidee ausgestattet holt „Pet Sematary“ aus dem Szenario lange nicht alles raus. Etwas Grusel hier und da mit einem soliden Cast und ebensolchem Aufbau resultieren in ein okayes Horrordrama.