Ihr halbes Leben hing Tracy an der Nadel. Jetzt geht's ihr besser dank hartem Entzug in Mutters Küche vor vier Jahren, inzwischen kann sie clean dabei sitzen, wenn der Exfreund fixt, und trägt sie sich mit hochfliegenden Unternehmerplänen. Allein die Bank zögert noch, den Kredit fürs Internetcafé einer Vorbestraften anzuvertrauen. Da taucht der ein weiterer Ex-Freund auf und hat ein todsicheres Geschäft geplant. Tracy, voll böser Ahnung und immer noch verliebt, droht wieder in Schwierigkeiten zu geraten.
Little Fish ist zwar ein ehrbares Prestigeprojekt rund um die Hölle der Drogenproblematik, aber aufgrund seiner gebremsten Erzähldynamik und Dialoglastigkeit schwierig, sich die 100 Minuten in einem Stück anzuschauen. Andererseits hat es auch seine interessanten Seiten, speziell wenn es um die Teufelsspirale Sucht, speziell hier Heroin geht. Dafür hat man eine durchaus tolle Besetzung aufgetrieben (wär Liv Tyler noch dabei, hätte man ganz Bruchtal zusammen), die es aber allein schon schwer hat gegen ihre sterile Synchro anzukämpfen.
So treffen sich alle in einem Vorort von Sydney, dessen Suchquote mindestens bei 50% liegen muß, denn bis auf die Mutter sind alle Personen aus dem Umfeld der Titelfigur Tracy allesamt Mitglieder im Junkie Fanclub, dem sie selbst erst vor vier Jahren entronnen ist. Aber selbst diese Welt droht zusammen zu brechen als der lügnende Ex-Freund wieder auftaucht, die Banken den wichtigen Kredit ablehnen und die erneute Gefahr des Abdriftens akut wird.
Leider schaffte man es aber nicht die Story wirklich fesselnd oder wenigstens dramaturgisch einigermaßen stringent zu präsentieren. Man erwartet ja kein Actionfeuerwerk, aber selbst ein Drama sollte zumindest so etwas wie eine innere Spannung aufbieten. Mich wundert es jedenfalls nicht, das Little Fish hierzulande wenig bis gar nicht bekannt ist.
4/10