Australien Ende des 19. Jahrhunderts: Captain Stanley (Ray Winstone) jagt den Kopf der drei Burns-Brüder, denen Vergewaltigung und Mord vorgeworfen wird. Als er der jüngeren beiden Brüder habhaft wird, behält er den unbedarften Mike (Richard Wilson) als Unterpfand und schickt Charlie (Guy Pearce) los, seinen älteren Bruder (Danny Huston) auszuliefern…
Sichtlich schwer tun sich Regisseur John Hillcoat und Autor Nick Cave, ihren Figuren die angestrebte Brutalität einzupeitschen und sich selbst die moralischen Vorbehalte auszutreiben, die ihnen bei der überzeugenden Ausgestaltung ihres vorzivilisatorischen Freskos aus Degeneration, Scheinheiligkeit und Gewalttätigkeit im Weg stehen. So unglaublich den Machern die damaligen Zustände erscheinen, so unglaubwürdig erscheint dem Zuschauer der Film: Wie sollte eine Welt, in der so ziemlich jeder widerwillig gegen seine verschüttete innere Güte anzuhandeln scheint, auch nur wenige Tage zusammenhalten können? So scheint die Frage, ob die humanistische Pflicht Charlie dazu bewegen wird, das heilige Familienband zu zertrennen, von Anfang an entschieden und der Bedarf an der ohnehin bloß vorgetäuschten Gewaltstudie noch vor dem Hauptteil gedeckt. Darüber können die modische Inszenierung, kauzige Nebenfiguren und deplatzierte Sprüche, die um die Zuschauergunst buhlen, auch nicht hinwegtrösten. Ein Film, der mit Inbrunst von Zeiten berichten will, die ihm selbst ein Geheimnis geblieben sind.