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Es ist wirklich sehr schade, wie es heute um Regisseur Peter Hyams steht. In seiner Filmographie sind fast nur gute Filme vertreten, doch nach " End of Days " hörte es aprupt auf. Heute schlägt er die Zeit mit Gurken wie " The Musketeer " oder " A Sound of Thunder " tot, dabei kann er doch viel mehr. Warum bessere Angebote ausblieben, ist für mich völlig unverständlich. Mit " Narrow Margin ", welcher mit dem Titel " 12 Stunden Angst " eingedeutscht wurde, liefert er einen eher altmodischen suspense Thriller, welcher noch ganz im Fahrwasser der 80er Jahre schwimmt. Leider blieb auch dieser Film bis heute relativ unentdeckt, das selbe Phänomen zeigte sich damals bei " Spur der Gewalt " und auch bei " Presidio ". Produziert wurde " Narrow Margin " von den Geldsäcken Mario Kassar und Andrew Vajna.

Bei einem Blinddate wird die hübsche Carol Hunnicut (Anne Archer) Zeugin eines Mordes. Der Übeltäter war Leo Watts, welcher sich an seinem Anwalt Tarlow (J.T. Walsh) wegen Betrugs rächen wollte. Um ihren kleinen Sohn nicht zu gefährden taucht Carol unter. Währenddessen sieht der stellvertretende Bezirksanwalt Robert Caulfield (Gene Hackman) seine Chance. Er will Watts ein für allemal hinter Gitter bringen. Mit Hilfe von Sergeant Benti (Emmet Walsh) macht er Carol ausfindig. Doch auch die Schergen von Watts tauchen bald auf, nur Carol und Robert können sich in einen Zug retten, leider steigen auch die Gangster mit ein. Robert ist nun völlig auf sich allein gestellt, Hilfe kommt erst in zwölf Stunden, außerdem gibt es auch Verräter in den eigenen Reihen.

Recht simpler Plot, aber maximales Ergebnis. So arbeitete Hyams schon sehr oft, hier fungierte er auch noch als Kameramann. " Narrow Margin " ist leider ein Thriller, wo man von Anfang an weiss, wie es ausgeht, aber dank der spannenden Erzählweise kann der Film fesseln. Es beginnt alles mit diesem Date, Carol beobachtet den Mord, taucht kurz darauf unter. Doch sie hinterließ Spuren am Tatort und so macht Caulfield sie ausfindig, leider passiert ihm dabei ein dummer Fehler. Er führt die Mörder damit auch direkt zu Carol und in seinem eigenen Team gibt es einen Falschspieler, der sehr schnell und zu einfach entlarvt ist.

Aber das Tempo für einen Thriller ist sehr hoch. Schon der Angriff auf Carol´s Waldhütte bietet handfeste Action mit einem bleihaltigen Shootout, einer großen Hubschrauberexplosion und einer langen Verfolgungsjagd. Im Zug angekommen wird das Tempo etwas gedrosselt, doch Längen kann Hyams ganz vermeiden. Hier liegt auch der Clou des Plots. Der Zug ist ein enger Schauplatz. Sogar an den rettenden Bahnhöfen warten schon Watts Killer auf Robert und Carol, dazu befinden sich drei der Schergen auch im Zug, Einer davon gibt sich erst zum Schluss zu erkennen. Caulfield versucht mit allen Mitteln Carol zu verstecken und darf sich auch öfters mit den Mördern prügeln. Vor allem das Finale auf dem Zugdach ist spannend geworden.

Nur an ein paar Dialogen hätte man sparen können. das amüsante Katz und Mausspiel zwischen Caulfield und den Killern wird dadurch etwas ausgebremst, aber die Spannung steigt kontinuirlich. Auch stellen sich die Killer etwas zu blöd an. Man nehme nur mal die Sache mit §314, als Caulfield die falschen Beamten überlistet, der uralte Trick mit der Kelidung auf der Toilette, oder der Profikiller, welcher eine Spielzeugpistole nicht von einer Echten unterscheiden kann. Das alles sind kleinere Fopas die nicht sonderlich ins Gewicht fallen, aber eben leicht auffallen.
Was mir noch am Score aufgefallen ist. Von den Sounds hier recycelte Hyams später einige für " Timecop ", klingt fast gleich.

Gene Hackman zieht dabei die Heldennummer wirklich gut durch. Man stellt sich aber die Frage woher der Anwalt sich so gut zu wehren weiss. Aber das tut dem Thriller keinen Abbruch. Hackman nimmt man die Rolle auf jeden Fall ab und auch Anne Archer als hübsche Carol Hunnicut überzeugt. Die Gebrüder Walsh dürften den meisten noch ein Begriff sein, die restlichen Darsteller haben nur hier und da mal eine Nebenrolle ergattert und sind daher eher unbekannt.

Spannender Thriller mit rauer Action, einer guten Inszenierung. Der Plot ist simpel, kleinere Fehler mit inbegriffen. Suspenseunterhaltung für 90 Minuten ist hier garantiert

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