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2003 war es, als der berühmt-berüchtigte Chainsaw-Spezi Tobe Hopper einen recht clever gestrickten Slasher in die Videotheken brachte, der vor allem durch seine kreative Morde positiv, aus der sonst so einheitlichen Masse von Slasher-Movies, herausstach. Die wenigsten wissen allerdings, dass es sich dabei um ein Remake des gleichnamigen Filmes aus dem Halloween-Jahr 1978 handelte. Denn auch hier geht ein verrückter Mörder mit seinem Werkzeugkasten um und mordet mit Bohrmaschine, Nagelpistole und Hammer. Doch leider hinkt dieser vermeintliche Klassiker hinter dem Remake zurück.

"The Toolbox Murders" ist leider einer jener Filme, die aus ihrer eigentlich interessant klingenden Story nicht viel gemacht haben. Denn eigentlich hätte es so schön werden können. Die Geschichte von einem verrückten Killer, der seine Opfer mit dem Sammelsorium von handelsüblichen Werkzeugen um die Ecke bringt, hätte eigentlich durchaus eine kreative und spannende Mordschau ergeben können. Doch leider ist dem nicht so.

Denn "The Toolbox Murders" langweilt größtenteils nur. Die besagten Morde passieren fast allesamt schon in den ersten 25 Minuten und danach ist mit dem Horror, bis zum Showdown, erst einmal Schluss und aus "The Toolbox Murders" entwickelt sich plötzlich ein Entführungs-Drama, wenn auch eins der eher härteren Sorte. Es gibt mitunter minutenlange Dialogszenen, in denen sich der, viel zu früh entblößte, Täter mit seinem entführten Opfer, seiner vermeintlichen Tochter, unterhält. Doch anstatt die Story dadurch voranzutreiben, kommen einem die Dialoge (bzw. fast Monologe, da der Entführer sein entführtes Opfer nur so zutextet) durchgehend langatmig und lächerlich vor! Das hat anscheinend auch der deutsche Verleih gemerkt, der diese überlangen Szenen schon vor dem Video-Release heraus gecuttet hat. Auf DVD sind sie nun erstmals auch bei uns zu sehen und man merkt schnell, dass man mit der Cut-Version dieses mal anscheinend besser bedient ist.

Auch der Aufbau von Spannung und Atmosphäre funktioniert nicht all zu gut, was vor allem an der Musik-Untermahlung liegt. Ähnlich wie schon bei z. Bsp. "Black Christmas" so fehlt leider auch hier ein packender und mitreisender Score, der die Killer-Szenen untermahlt bzw. andeutet. Stattdessen säuseln einige amerikanischen Schlager vor sich hin und bieten somit noch das (nicht positive) Grauen für die Ohren. Schade!

Die (wenigen) Mordszenen sind dafür natürlich absolute Leckerlis. Hammer, Bohrer, Nagelpistole, all die grausig-schönen Mordwerkzeuge, die man in jedem handelsüblichen Werkzeugkasten anfindet, werden hier herrlich zweckentfremdet und bieten guten Stoff für einige knackige Gore-Szenen. Zudem setzt Regisseur Dennis Donnely auf nacktes Fleisch und läßt eines seiner (ausnahmslos weiblichen) Opfer erst nach einer genüsslichen Masturbation im Bad über die Klinge springen, was ebenfalls sehr hart beim Zuschauer ankommt. Für Gore-und Sicko-Freaks sind die ersten 25 Minuten, sowie einige Szenen später im Film, jedenfalls nett anzusehen.

Und auch das Ende mag überraschen. Nicht nur das es zum Schluss hin doch noch ein paar unerwartete Überraschungen gibt, so lässt Donnelly seinen Streifen mit einem offenen Ausgang enden, der für einige Diskussionen nach dem Film sorgen kann. Sicher mag dieser Schluss nicht jedem zusagen, aber es ist auf alle Fälle ein Schluss, mit dem man nicht gerechnet hat.

Zu den Darstellern sei gesagt, dass sie sich allesamt auf üblichem Slasher-Niveau bewegen. Niemand sticht sonderlich heraus, weder im Positiven, noch im Negativen. Eben typisches Slasher-Niveau!

Fazit: Durchschnittliches Slasher-Filmchen, das sich, nach dem furiosen Auftakt, leider viel zu schnell in ein langweiliges Entführungs-Drama (der härteren Sorte) entwickelt und außer den kreativen, harten Morden zu Beginn leider nicht all zu viel zu bieten hat. Auch wenn es dann zum Schluss noch ein paar Überraschungen gibt und das offene Ende sehr gut passt, so schmerzen die fehlende Spannung, sowie die kaum vorhandene Atmosphäre doch merklich. Somit wieder ein Film, den man sich nur der Komplettheit wegen mal anschauen kann, aber auch nicht viel verpasst hat, wenn man es nicht macht!

Wertung: 5/10 Punkte

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