In einer Wohnanlage geht ein Mörder umher, der seinen Werkzeugkasten an Frauen zweckentfremdet. Als er ein junges Mädchen entführt, ruft dies den Bruder der Entführten auf den Plan und zusammen mit einem Freund begibt er sich auf Tätersuche.
Mit dem Remake von Tobe Hooper, den ich vor diesem Film irgendwann mal gesehen habe, konnte ich relativ wenig anfangen. Das verhält sich bei diesem Werk anders, denn es ist abwechslungsreich, schmutzig und steckt voller Überraschungen jenseits des Konventionellen.
Der Aufbau ist äußerst ungewöhnlich und weist interessante Richtungswechsel auf. So sieht man in der ersten halben Stunde fast ausschließlich den Maskierten mit dem Werkzeugkasten bei seiner Arbeit, sprich beim Töten. Hier lässt er Einfallsreichtum walten, denn bei keinem seiner Opfer greift er zum selben Gegenstand in seiner Wunderkiste. So kommen eine Bohrmaschine, deren Einsatz die deutschen Filmtitelgeber wohl zu ihrer unpassenden Entscheidung verleitet haben dürfte, ein Hammer, ein Schraubenzieher und eine Nagelpistole zum Einsatz. Die Effekte hierbei sind zufriedenstellend, kommen aber durch die gelungene Inszenierung wesentlich schockierender rüber, denn das Geschehen wirkt in diesen ersten dreißig Minuten sehr authentisch. So wurde hier auf eine künstliche Musikuntermalung komplett verzichtet (mit Ausnahme von kurzen Sounds beim Einsatz dem Hammers). Stattdessen hört man lediglich die Melodien, die gerade auf dem Plattenteller in der entsprechenden Wohnung rotieren oder aus dem Radio zu vernehmen sind, was häufig zu einem befremdlichen Kontrast zwischen dem Gehörten und dem Gezeigten (fröhlich beschwingte Musik bei brutale gnadenlosen Mordtaten) führt. Fies ist auch die Passage, in der der Killer eine Frau beim Onanieren in der Badewanne heimsucht, wobei ihr Höhepunkt dem Zuschauer durch eine schöne Schnittstaffette nähergebracht wird.
Nach dieser mörderischen halben Stunde geht der Film dann in eine völlig andere Richtung, denn der Mörder entführt eine junge Frau, wir lernen ihren Bruder kennen, der zusammen mit einem Freund den Täter sucht, es gibt einen Einblick in das kranke Hirn des Mörders/Entführers, wobei man hier nicht die Qualität beispielsweise eines Maniac oder Henry erreicht und wenn alles nach einem Happy End aussieht, gibt nochmal ein, zwei Wendungen, um dem denkwürdigen Ende entgegenzusteuern. In diesem Teil des Films herrschen dann auch eine spannungsfördernde Musik und gute Kameraeinstellungen (wenn man mal von dem deutlich an der Wand als Schatten erkennbaren Mikrophon samt Haltestange beim ersten Dialog zwischen Entführer und Entführter absieht) vor.
Die Leistungen der Darsteller gehen in Ordnung, wobei zwei Schauspieler meiner Meinung nach richtig gut abschneiden, nämlich zum einen Cameron Mitchell als gestörter Tochterersatzsucher und Pemely Ferdin als verängstigtes und des öfteren Tränen vergießendes Entführungsopfer.
Insgesamt sollten Slasherbegierige, die sich auf Grund des Titels in diesen Film verirrten, nach der ersten halben Stunde abschalten, aber Freunde von kleinen dreckigen Streifen abseits des Mainstream sind hier an der richtigen Adresse, denn ungewöhnliche Abwechslung ist garantiert.