Review

Boobs vs. Baumarkt


Ein psychisch mehr als labiler Serienmörder geht mit einer Werkzeugkiste umher und massakriert junge, sexuell aktive Frauen. Von der Nagelpistole über den klassischen Hammer bis zum Handbohrer gehen ihm da so einige kreative Tötungsutensilien zur Hand, sodass im Jahr als Michael Myers noch nahezu blutleer das Slashen begann, dieser Killerkollege schon eine Schlachtplatte zwischen Obi und Ohwei in die Bahnhofskinos brachte, die sich ganz und gar nicht gewaschen hatte, ihren wohlverdienten Video Nasty-Titel noch heute wohlverdient auf den vielen blanken Busen tragen kann! 

„The Toolbox Murders“ hat eine ganz unangenehme Aura. Und das durchgehend. Egal ob man den Mörder schon kennt oder nicht. Dreckig, düster, dunkel. Ganz und gar kein „dürftig-dumpfer Slashermist“. Eher ein verdammt heftiger und purer Vorreiter seiner Zunft, der selbst den besten seines Fachs noch Jahre das Fürchten gelehrt und gezeigt hat, wie brutal und blutig und unbarmherzig „Killerfilme“ sein können. Selbst wenn ich im direkten Baumarktvergleich Ferraras kunstvolleren „Driller Killer“ vielleicht noch vorziehen würde. Aber auch „Toolbox Murders“ kann sich sehen und muss sich erstmal verdauen lassen. Und er putzt mit seinem Remake natürlich den Boden auf. Ein verdammt fieser Psychopath. Die anscheinende Verbindung zu einem ähnlichen, echten Fall. Da bleibt einem das Lachen vor lauter handwerklichem Augenzwinkern im Halse stecken. 

Fazit: psychologisch verstörend und vom Gewaltgrad in seiner Zeit unangefochten. Gerade die erste halbe Stunde ist für Gorehunde ein Festessen. Danach verliert er etwas an Tempo und Brisanz - unter der Oberfläche brodelt und spritzt es aber weiter. Nicht zu unrecht ein Favorit des „schlechten Geschmacks“. Und von Stephen King. 

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