Review

Es kam wie es wohl kommen mußte; nach allem was ich schlechtes über diesen Film gehört habe, konnte ich wohl nur positiv überrascht werden. Das fängt bei der Ausstattung an, das sieht ja aus, als ob Aristide Massaccesi hier für sein Spätwerk, das er bescheidenerweise unter dem Pseudonym David Hills abgeliefert hat, ein Budget verbraten konnte, das für seine Verhältnis ansehlich genannt werden kann. Und dann: ist es nicht wunderbar, wenn sich erwachsene Menschen für Zwerge, entführte Jungfrauen, Drachen, ähem: Mini-Godzillas, und Zauberschwerter interessieren? Denn für die Jugend ist der Film seltsamerweise nicht freigegeben. An der Story läßt sich nichts aussetzen, die stammt aus dem altehrwürdigen Nibelungenlied, das schon ein Richard Wagner sehr frei verarbeitet hat, und das hier, nun ja, vertrollt wird. Wenn man nun nach der Realisierung fragt, so muß ich gestehen, daß eine Umsetzung mit perfekten- womöglich gar beweglichen! - Masken und Tricks mich wahrscheinlich langweilen würde, während diese trashige Inszenierung doch größtenteils Spaß macht, und das ist ja das einzige Ziel eines solchen Streifens, oder?
Dann sind da noch die Darsteller: der Siegfried, pardon: Ator ist der Vollgermane wie man ihn sich kraftlackeliger und dummblickender nicht wünschen kann. Die gerettete Maid hat gewelltes Haar und sehnende Augen. Der böse König Gunther sieht aus wie ein Penner, dafür ist seine Schwester Grimilde mit 40 Jahren zwar nicht mehr jugendlich-sexy, aber von schönem, um nicht zu sagen: edlem Antlitz: Laura Gemser! Und die Trolle sind einfach drollig. Die Musik paßt sich dem ganzen vortrefflich an (und ich bin speziell dankbar daß kein Rückgriff auf Wagner-ähnliches Soundgewabere unternommen wurde), und nur auf die hineingeschnittenen Aufnahmen vom Untergang Pompejis (oder ähnliches Sandalenfilmmaterial) hätte man verzichten sollen. Fazit: Ein Unterhaltungsfilm für Junggebliebene von Junggebliebenen.

Details
Ähnliche Filme