Der nächste Naziploitation-Schund, den man sich nur aus purer Neugier oder reiner Schaulust anguckt... Das berühmte "eine Mal" zumindest... Dabei wurden nicht im Ansatz die Mühen unternommen, um eine neuwertige oder interessante Story zu ersinnen: Eine Fuhre weiblicher Gefangener wird ins KZ angekarrt, um entweder auf dem Experimentiertisch oder im Lagerbordell zu landen...
Ähnlich wie beispielsweise "KZ09" so bringt auch dieses Machwerk den Spagat zustande, um langweilig, drastisch und geschmacklos gleichermaßen zu sein. Nur, dass ein solch grauenhafter historischer Hintergrund zu derart primitiven wie niveaulosen Unterhaltungszwecken ausgeschlachtet wird, ist völlig indiskutabel! Mit Sicherheit gehört "SS Camp 5" zu den härteren Werken dieses Subgenres, ohne dass auch nur im Ansatz die Empfehlung ausgesprochen sei.
Regisseur Sergio Garrone inszenierte ohne jegliches Gespür für Spannung und Dramatik. Die Story wirkt nicht wie richtige Geschichte, sondern wie eine bloße Abfolge von Bildern mit unterschiedlichen Geschehnissen. Es gibt einen Bordellpart, in dem viel gesoffen, getanzt und gevögelt wird. Und einen Folterpart, der nicht mit abstoßenden Bildern geizt. Zudem wurden erneut die Impressionen von echten KZ-Opfern eingefügt, was der Geschmacklosigkeit die Krone aufsetzt! Zeit für eine kleine Dessousparty unter den weiblichen Gefangenen bleibt bei all den Strapazen aber dennoch...
Selbstredend, dass sich auf der Besetzungsliste niemand wiederfindet, der im damaligen Italo-Trash Rang und Namen hatte. Hingegen schien die Drehlocation (landwirtschaftliches Produktionsgelände?) für nicht nur einen Genre-Schocker hergehalten zu haben.
Ansonsten ist "SS Camp 5" leider eine weitere traurige Bestätigung dessen, dass der Naziploitation mit zum Fragwürdigsten gehört, was der unterschlagene Film jemals hervorgebracht hat. Punkteminimum, eigentlich gar keine Bewertung!