Angesichts der Tatsache das Josey Aimes von ihrem Ehemann schlecht behandelt und geschlagen wird, verlässt sie Diesen, um mit ihren zwei Kindern wieder in ihre alte Heimat zu ziehen. Zurück bei den Eltern findet sie nur eine minderwertige Arbeitsstelle mit wenig Gehalt. Sie bittet ihre alte Freundin, die in der Grube im Bergbau arbeitet, einen Job zu beschaffen. Josey bekommt den Arbeitsplatz, doch die Welt in die sie gerät ist eine andere. Es regieren raue Sitten die Frauen und deren Stellung als solche benachteiligen. Die anfänglichen Anmachsprüchen arten in sexuelle Belästigungen aus und Josey beginnt sich mit all ihren Kräften zu wehren. Als die Quälereien immer ernster und intensiver werden versucht sie ihr Glück an den obersten Stellen. Ohne Erfolg, man bittet sie ihren Job zu kündigen, jedoch ist das für Josey keine Option. Sie braucht das Geld dringend um ihren Kindern ein erträgliches Leben zu ermöglichen. Doch als auch ihr Vater, der ebenfalls in der Grube arbeitet, sich gegen sie stellt und Josey gerade noch einer Vergewaltigung entgeht, sieht sie nur noch einen Ausweg. Um Gerechtigkeit zu erlangen wird ein Rechtsanwalt eingeschaltet. Um sich und der im Bergwerk arbeitenden Frauen ein besseres und friedlicheres Leben zu schaffen.
Wie so oft in letzter Zeit basieren die Geschehnisse auf wahren Begebenheiten, aber hier scheint das sogar mal tatsächlich der Fall zusein, auch wenn manche Details wohl noch ein wenig ausgeschmückt wurden. Es geht um die erste angestrengte Sammelklage weibhlicher Arbeitnehmer gegen sexuelle Balästigung am Arbeitsplatz, was (beinahe unglaublicherweise) gerade erst mal etwas über 20 Jahre her ist. Die Story schildert sich denn auch als Rückblenenfilm, in dem wir als Zuschauer die Vorgeschichte der Hauptklägerin kennenlernen und nach und nach erfahren was die Frauen in dem Bergwerk zu diesem Schritt getrieben hat. Zwischendurch wird zwar immer wieder in die Jetztzeit zum Anhörungsverfahren geschaltet, jedoch liegt der Schwerpunkt deutlich auf den Ursachen die erst dorthin führten.
Der Titel Kaltes Land bezieht sich dabei nicht nur auf die winterlich verschneite Landschaft Minnesotas, sondern vielmehr in der Einstellung die die örtliche Bevölkerung der Rückkehrerin zuteil werden lassen. Es herrschen aus früheren Zeiten noch vielmals Neid, Mißgunst oder ehemalige Verliebtheit, die die meisten Menschen eher abweisend reagieren lassen. Zudem werden im neuen Job die Scherze der Männer immer rüder und zunehmend kommen noch Diskriminierung und sexuelle Übergriffe hinzu.
Insgesamt stehe ich Kaltes Land ein wenig zwiespältig gegenüber. Zurecht wurden die Darstellerleistungen dabei Oscar nominiert, die Schauspieler leisten durch die Bank gute Arbeit. Auch das Thematik eher Frauenprobleme anspricht ist kein Problem, auch als Mann ist das emazipatorische Drama über rückständige Rollenverteilungen interessant anzuschauen, inklusive ein wenig fremdschämen. Allerdings ist die Story doch ein wenig übertrieben, also wenn wirklich jede Facette des Films nach den Originalbegenheiten geschildert wurde, dan wirklich Hut ab vor der Protagonistin, ich gehe aber jede Wette ein, das doch einiges vom Scripter hinzuerdacht wurde. Zudem sind die Frauen in dem Film auch wirkliche Seelchen, die sich alles gefallen lassen ohne ein Fitzelchen von Gegenwehr, da werden heftige Belästigungen aufgefahren und mehr als ein wenig Geflenne passiert nicht, sorry aber mir fällt schwer zu glauben das bei aller Wichtigkeit des Jobs nicht mal eine Ohrfeige oder wenigstens ein schlagfertiger Spruch als Reaktion passiert. So bleibt ein sehenswerter Film, der allerdings gelegentlich ein wenig zu dick aufträgt
7/10