Für mich ist "der rosarote Panther" (The Pink Panther) eine der besten Komödien, die bisher auf Zelluloid gebannt wurden. Hier stimmt einfach alles - gut aufgelegte Schauspieler, ein rasantes Drehbuch und Filmemacher, die ihr Handwerk verstehen.
Auch wenn er zu Beginn des Films seinen ersten Auftritt hat, dreht sich der Film nicht um die bekannte Zeichentrickfigur des rosaroten Panthers - es handelt sich bei diesem um einen großen Diamanten, der unter Lichteinfall rosa schimmert. Diesen hat Prinzessin Dala von ihrem Vater, einem Maharadscha, als Erbstück erhalten. Hinter ihm sind verschiedene Gruppierungen her, zum einen wäre da die neue Regierung in ihrem Heimatland, die den Diamanten als Volkseigentum beansprucht, zum anderen sind da zwielichtige Gestalten, die auf nicht ganz so legalem Weg versuchen in Besitz des Juwels zu gelangen. Allen voran wäre hier das "Phantom" zu nennen, hinter dessen Maske sich der Jetsetter Sir Charles verbirgt. Dieser hat im italienischen Cortina d'Ampezzo schon ein Auge auf die schöne Prinzessin geworfen und versucht durch die fingierte Entführung ihres Hundes Kontakt mit ihr zu knüpfen. Dies gelingt, da erscheint der trottelige Inspektor Clouseau mit seiner Frau auf der Bildfläche. Er ist schon seit längerem auf der Spur des "Phantoms" und hofft, dieses beim Diebstahl des rosaroten Panthers auf frischer Tat zu ertappen. Das Ensemble wird komplettiert durch den Neffen von Sir Charles, der von dessen Doppelexistenz ebensowenig weiß, wie jener von dessem abgebrochen Studium. Es folgen haarsträubende Verwicklungen, die zu wilden Verfolgungsjagden an drei verschiedenen Orten (Paris, Rom und Cortina d'Ampezzo) führen, bis am Ende ein "Phantom" festgenommen und vor Gericht verurteilt wird - wohl gemerkt "ein" Phantom, nicht "das" Phantom.
Die Filmhandlung sprüht vor witzigen Einfällen, wofür zum einen das Drehbuch von Maurice Richlin und Blake Edwards zum anderen die vielen slapstickartigen Einlagen von Peter Sellers verantwortlich sind. Da jagt ein "running gag" den anderen ( zum Beispiel die Klinke der Schlafzimmertür), da werden Film- bzw. Theaterklischees auf die Schippe genommen (im Gespräch zwischen dem Hotelbesitzer, dem Versicherungsvertreter und Inspektor Clouseau), da kommt auch der Witz, den man gerade nicht sieht, zum Zuge (wenn Clouseau im Badezimmer die Schlafpillen aus dem Glas fallen, hört man dieses nur, die Kamera bleibt auf dem Gesicht seiner Gattin). Die komischen Einfälle, das zeigt diese kurze Aufzählung sind zahlreich und vielfältig, so dass der Film auch bei der x-ten Wiederholung komisch ist.
Die Schauspieler prägen ihre Rollen und funktionieren im Ensemble großartig, sei es Peter Sellers als Inspektor Clouseau oder Capucine, die seine Gattin hervorragend verkörpert. Auch David Niven als Sir Charles und Robert Wagner als dessen Neffen stellen sich als ideale Besetzungen heraus und können ihr ganzes komödiantisches Talent ausspielen. Selbiges gilt auch für Claudia Cardenale als Prinzessin Dala, die hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen ist, wenngleich sie im Original synchronisiert wurde, da ihr Englisch als zu schlecht galt.
Auch die Nebenrollen sind gut besetzt - überhaupt macht das Filmteam insgesamt eine gute Arbeit, sei es an der Kamera Philip H. Lathrop oder sei es die Musik Henri Mancinis, die auch außerhalb dieses Films mehr als bekannt wurde.
Ein Dank an Blake Edwards, dem Regisseur, für diese immer wieder fabelhaft unterhaltende Komödie.