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Es ist mal wieder die Zeit für Adrenalinschübe, es ist Zeit für clevere Rätsel und perverse Spielchen, es ist Zeit für „Saw 2“.

Acht einander fremde Leute befinden sich in einem kameraüberwachten Haus. Ihnen bleibt nur wenig Zeit, den mit Rätseln und Fallen versehenen Weg nach draußen zu finden, denn langsam raubt ihnen ein ausströmendes Nervengas die Kraft. Unter den Eingeschlossenen befindet sich auch Daniel, dessen Vater Eric ein Cop ist. Just hat er den Verantwortlichen, Jigsaw, in seiner Behausung gestellt und muß nun über die Monitore mit ansehen, wie sein Sohn und die anderen um ihr Leben kämpfen.

Und wie es sich für eine gelungene Fortsetzung gehört, wird das Original nicht einfach nur kopiert, sondern konsequent weiter gesponnen. Während sich bei „Saw“ zumindest die Auflösung des Täters als etwas unlogisch erwies, so konnte ich bei der Fortsetzung auch nach längerem Grübeln kaum Logikfehler entdecken.(Timing der Videobänder, Rolle von „Obi“ allenfalls)
Denn kurz nachdem man meint, einen entdeckt zu haben, ebnet eine unerwartete Plotwendung den Weg.
Die Fallen und Spielchen erweisen sich als ausgetüftelt und brutal. Bereits der Einstieg mit der „fleischfressenden Pflanze“ aus Metall macht Lust auf weitere kranke Szenen und die werden zuhauf geboten, ohne dabei jemals explizit zu werden, was auch teilweise durch schnelle Schnitte geglättet wird.

Neben der bewährten dreckig-unterkühlten Optik sind auch Score und Sounduntermalung treffsichere Werkzeuge für Hochspannung, die zu keiner Zeit unterbrochen wird.
Die Darsteller liefern mindestens solide Arbeit ab, Donnie Wahlberg ist überdurchschnittlich, Tobin Bell als Jigsaw noch etwas besser. Auch wenn ich über die optische Ähnlichkeit zu Joachim Witt zunächst ein wenig schmunzeln musste, den selbstsicheren Killer mit philosophischen Ansätzen verkörpert er sehr überzeugend.

Viel zu mäkeln gibt es nicht. Vielleicht hätten ein paar Hintergrundinformationen über einzelne Figuren nicht geschadet, denn über die rassige Emmanuelle Vaugier hätte ich aus persönlichen Gründen gern mehr erfahren.
Die Auswahl der eingeschlossenen Personen ist auch ein wenig stereotyp. (Warum nicht einfach mal eine korpulente Frau mit dicker Brille?)
Aber das sind Kleinigkeiten, die den Spaß an der Sache kaum einschränken.

Genauso uneingeschränkt kann ich „Saw 2“ jedem empfehlen, der schon beim ersten Teil seine sadistischen Spieltriebe ausleben konnte, die ihm feuchte Achselhöhlen verschaffen
Und es ist sicher, dass es einen dritten Teil geben wird, denn deutlicher konnte der Cliffhanger nicht ausfallen. Wenn das Niveau gehalten wird, kann man sich jetzt schon darauf freuen…
8 von 10 Punkten

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