Ein Informant des Polizisten Eric Mathews wird tot in einem verlassenen Industriegebäude aufgefunden, der Cop und seine ehemalige Kollegin sind rasch zur Stelle um festzustellen, dass, unschwer durch eine Nachricht an Eric erkennbar, wieder der Puzzlemörder zugeschlagen hat. Erneut beginnt die Jagd nach dem Wahnsinnigen, doch der ist relativ schnell gestellt, fast wie einst John Doe in "Sieben" scheint er, als Teil des Plans, auf seine Festnahme hingearbeitet zu haben. Doch die Sache hat auch hier einen Haken. Mal zwischendurch: Wer kann eigentlich noch diese dusselige S.W.A.T.-Scheiße in als Horrorfilmen getarnten Actionern sehen und hören? Nicht, um das Tempo und die Spannung gezielt wie in David Finchers genanntem Klassiker zu erhöhen, sondern als einfallslose Wichtigtuerei, wenn dem Grauen im Kopf die Ideen ausgehen. Das zumindest erwartet einen bei diesem Sequel, das seine Gruppe potentieller Opfer anscheinend vom Erfolg eines "Cube" animiert durch ein Haus irren lässt, während der zum ersten Mal in seinem Leben um seinen Sohn besorgte Cop alles gibt, um den schon auf die schiefe Laufbahn geratenen Spross aus dem mörderischen Spiel wieder zu befreien. Mannomann, auch das fällt in die Kategorie redundanter Müll, der mehr als mainstreamiges Ärgernis, denn als emotionale Bindung des Zuschauers an die Hauptfigur funktioniert. Das wäre ja alles noch nicht soooo schlimm, könnte sich das Drehbuch wenigstens qualitativ hochwertig in Sachen fies-kreativer Morde etwas einfallen lassen, doch das Ergebnis ist durchwachsen. Zu Beginn erinnert eine weitere Todesmaske an das Original, der Schlüssel für das eiserne Ungetüm ist dieses Mal hinter dem eigenen Auge versteckt. Zugegeben, die Idee ist verlockend, wird jedoch nicht konsequent ausgekostet, genau so soll es sich noch einige Male wiederholen. "Blut wird fließen" verspricht der Killer dennoch berechtigt, denn es geht zu, wie bei einem der blutigeren Slasher der heutigen Tage, ein leckerer Kehlenschnitt oder der Morgenstern im Kopf sind für den Genrefan erfreuliche Details. Was die Story angeht, so muss man klare Abstriche machen und sich an den Gedanken gewöhnen, dass der Name des überraschenden Knallers von James Wan in Hollywood aufgekauft und mit einem Drehbuch, das dafür gar nicht vorgesehen war, auf etwas mehr Massenkompatibilität getrimmt wurde. Dementsprechend ist es etwas müßig, sich im Detail über die Schauspieler auszumären, erwähnenswert ist höchstens die Performance von Tobin Bell als sichtlich gealterter Jigsaw John, der sich in ein Verhör à la "Das Schweigen Der Lämmer" verstricken lässt. Das andere Ende des Performancebarometers markiert Shawnee Smith als Polizistin Amanda, mehr als den Scheidungsgrund ihres Arbeitskollegen, den übrigens linkischen Gesetzeshüter, gibt die beim besten Willen nicht ab. Wer sich mit einem ganzen Arsch voll Klischees begnügt, kann dann zumindest situativ an "Saw 2" seinen Spass haben, denn vereinzelt flammt das trickreiche Drehbuch auf, das man erwartet hat. Die Kulissen sind annehmbar auf alt und dreckig getrimmt und wenn das Finale reminiszent an den Vorgänger und seine kalte Atmosphäre des Kachelraumes anknüpft, in dem mittlerweile die Leichen vermodern, ist die Welt schon wieder fast in Ordnung. Wenn man nicht ständig drüber nachdenkt, was man bei einem zweiten Teil, der vorhersehbar automatisch die Kasse mit dem Namen des Überraschungshits vom Vorjahr klingeln lässt, geboten bekommt, kann sich über einige derbe Einfälle freuen, ohne große Schocks, doch mit Tempo ab der ersten Minute. In der zweiten Hälfte bekommen manche Wendungen auch zunehmend mehr Qualität, das Drehbuchteam scheint wieder aufgewacht und manch Aha-Effekt tröstet über die blödsinnigen Charakere hinweg. Richtig verhunzt ist dieser Film mitnichten, nur eben kein fieser Schocker, wie das Original. Das gute ist, diese Fortsetzung nimmt die hohen Erwartungen für den dritten Teil heraus.
Fazit: Situativ ganz ansprechend und auch mal von der harten, blutigen Sorte, doch die Rahmenbedingungen für die geschundenen Figuren sind ärgerlich platt. 6/10 Punkten