Gerade mal ein Jahr hat es gedauert bis dem mittlerweile schon zum kleinen Kultfilm avancierten ersten Teil von Saw die Fortsetzung hinterher geschoben wurde. Was zuvor im nur 1 Millionen Dollar teueren Erstling als überaus atmosphärisches Kammerspiel verläuft diesmal noch ein wenig anders:
Dem Cop Eric Matthews gelingt es während der Ermittlungen an einem Mordfall, den berüchtigten Jigsaw-Killer zu stellen. Doch der Versuchs mit Hilfe eines Sondereinsatzkommandos den berüchtigten Mörder festzunehmen gestaltet sich weniger einfach als erwartet, da dieser sich schon vor dem drohenden Zugriff bestens abgesichert hat: Irgendwo in der Stadt befindet sich Erics Sohn mit sieben weiteren Leuten in einem mit Fallen gespickten Haus und es bleiben drei Stunden Zeit bis das tödliche Nervengas, das stetig hereingepumpt wird alle tötet.
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Wer jetzt einen einfachen Abklatsch des ersten Teils erwartet, der wird sich wundern wie das Autorengespann Bousman & Whannell hier Vollgas gibt und die vorangegangenen Geschehnisse des Prequels weit in den Schatten stellt: Elemente aus „Cube“ und „Se7en“ gesellen sich hier zu wahrhaft sadistischen Explosionen im Saw-Universum. Neben einem Psycho-Duell in der Rahmenhandlung gesellt sich hier die Parallelhandlung um die Personen im Haus, die sich durch ein großflächiges Gefängnis kämpfen müssen in dessen finalen Raum eine weitere Überraschung auf den saw-erfahrenen Zuschauer wartet, die sich wirklich sehen lassen kann. Neben dem Wiedersehen mit Ex-Junkie Amanda, erwarten einem hier Fallen und Prüfungen für die Gefangenen, die gemeiner kaum sein könnten. Mein persönlicher Liebling ist da der Schlüssel für einen Raum, der sich unter hunderten von gebrauchten Spritzen in einer Grube befindet. Klar, dass auch noch extremer Zeitdruck die Suche „verschönert“. Gemeinheiten wie diese feiern in Saw 2 ihr Stelldichein und sind auf der Skala der Menschenverachtung ganz oben anzusiedeln.
Auch optisch herrscht hier wieder der bereits etablierte , unterkühlte Stil und man gibt sich wieder vollends den schon bekannten und beliebten Stakkato-Schnittorgien-Gefilde hin , die ihre Verwandtschaft mit MTV-Clips berüchtigter Metal-Combos wohl kaum leugnen können. Hatte ich bereits bei Teil 1 darauf hingewiesen, wie anhand des räumlichen Verwirrspiels der Zuschauer geschickt hinters Licht geführt wird, so zieht man im Sequel alle Register und führt dieser Methode der Suspense-Erzeugung noch eine weitere Ebene hinzu, die hier mit Mitteln der Montage bewerkstelligt wird. Zwar kann man sich wieder an den vielen Logiklöchern ebenso aufhängen wie schon beim Vorgänger aber trotzdem erwartet einen hier erneut ein recht kompromissloser und dreckiger Mainsream-Horrorfilm, der glücklich sein lässt.