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Der Polizist Eric Mason ermittelt an einem abscheulichen Mordfall und kommt schnell zum Schluss, dass es sich bei dem Killer um den berüchtigten Jigsaw-Killer handeln muss. Was er nicht weiß ist, dass er selbst in das Fadenkreuz des Mörders rückt, der seinen Sohn mit in sein neues, krankes Spiel integriert. Diesmal befinden sich mehrere Personen in einem Haus, in dem ein tödliches, langsam wirkendes Nervengas freigesetzt wird und müssen einen Ausgang finden. Mason, der den Jigsaw bereits gefasst hat, muss sich beim Verhör mit dem Killer sehr beherrschen.

Die Story ist ordentlich. Wie bei vielen Horror-Psycho-Kultfilmen war es auch bei "Saw" nur eine Frage der Zeit, bis die Produzenten auf die Idee kommen, eine Fortsetzung zu drehen und leider reicht auch diesmal das Sequel nicht an das Original heran. Die Story ist zwar gut und hat ein paar überraschende Wendungen, da das grundlegende Konzept des Films aber bereits aus dem ersten Teil bekannt ist, kann es nicht mehr ganz die schockierende Wirkung erreichen. Die Charakterkonstruktion ist natürlich mehr als dürftig, da man diesmal, anders als beim ersten Teil, auf Rückblenden verzichtet, die den Charakteren mehr Tiefe verliehen hätten, dafür erhält man diesmal aber ausführlichere Informationen über den Jigsaw-Killer, über den man im ersten Teil noch nicht sonderlich viel erfahren hat. Das Finale ist erneut überraschend, aber auch nicht so schockierend wie das des Originals. Außerdem gibt es diesmal 2 parallel ablaufende Handlungsstränge, nämlich das Verhör des Jigsaw-Killers und sein neues, krankes Spiel. Die Fallen sind mal wieder einfallsreich, aber wie erwähnt kennt man das Konzept bereits aus Teil 1. Die Story ist sicherlich in Ordnung, kommt aber bei Weitem nicht an die des ersten Teils heran.

Mit Darran Lynn Bousman verpflichtete man einen neuen Regisseur, nachdem James Wan den ersten Teil inszenierte. Erneut setzt man auf einen unerfahrenen Regisseur, der vorher durch kein größeres Projekt in Erscheinung treten konnte. Bousman versucht Wans Stil aus dem ersten Teil zu kopieren und schafft dies im Großen und Ganzen auch. Einmal mehr ist die Musik solide und die Kulisse hervorragend. Der Film spielt an Schauplätzen, die schon ekelhaft und beängstigend wirken, auch wenn keine Handlung stattfindet. Wie im ersten Teil lebt der Film von seiner düsteren Atmosphäre, die Bousman von Anfang bis Ende des Films halten kann und von seinen überaus heftigen Gewaltdarstellungen, die die des ersten Teils bei Weitem übertreffen. Stellenweise wird das Ganze für meinen Geschmack ein bisschen zu widerlich, aber die Fans der Reihe scheinen dies zu mögen, weswegen es im dritten Teil dann noch heftiger wurde. Das Erzähltempo ist sehr schnell, wirkt sogar stellenweise ein bisschen zu gehetzt. Aber alles in allem ist die Umsetzung gut und Bousman durfte auch im dritten und im vierten Teil der Reihe die Regie übernehmen.

Durch das schnelle Tempo und die düstere Atmosphäre ist der Unterhaltungswert natürlich hoch. "Saw 2" läuft wie der ersten Teil sehr schnell an und hält die Spannung bis zur letzten Sekunde. Im Mittelteil kommt der Film zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand und bleibt die ganze Zeit über spannend, wobei er auch hier nicht ganz an den ersten Teil herankommt. Das Finale ist erneut sehr überraschend, wobei ich die Auflösung im ersten Teil ebenfalls besser und vor allem überraschender fand. Die heftigen Gewaltszenen bremsen den Film zu keinem Zeitpunkt aus, können die Spannung aber auch nicht unbedingt steigern. Fans des ersten Teils werden den Film mögen und auch Splatter-Fans werden auf ihre Kosten kommen, aber auch für normale Zuschauer ist der Film recht empfehlenswert, da er immer noch überdurchschnittliche Unterhaltung bietet.

Wie beim ersten Teil krankt auch dieser Film ein wenig an seinen mittelmäßigen Darstellern. Donnie Wahlberg (Mark Wahlbergs Bruder) spielt zwar solide und kann die Spannung teilweise steigern, aber stellenweise macht er dann doch ein paar Fehler. Vor allem die Personen, die diesmal unfreiwillig am Spiel des Jigsaw teilnehmen sind mir persönlich zu hysterisch. Tobin Bell darf diesmal eine größere Rolle spielen, nachdem er im ersten Teil nicht mehr als einen Gastauftritt hatte. Er spielt ordentlich und erinnert ein wenig an Anthony Hopkins in "Das Schweigen der Lämmer". Die Rolle des Jigsaw wird wohl die beste seiner Karriere bleiben. Die übrigen Darsteller sind mittelmäßig bis unterdurchschnittlich.

Fazit:
"Saw 2" kommt nicht an sein Original heran, ist aber dennoch ein überdurchschnittlicher Thriller. Durch eine relativ geschickt ausgeklügelte Story liefert der Film einige böse Überraschungen und kann durch seine düstere Atmosphäre von Anfang bis Ende Spannung aufbauen. Natürlich wird auch diesmal nicht auf die sadistischen Ekelszenen verzichtet, die die Reihe bis heute auszeichnen. Da man das Konzept des Films aber bereits aus dem Original kennt, ist der Film nicht mehr so schockierend wie das Original und auch der Cast könnte besser sein. Auf jeden Fall empfehlenswert, aber nichts für zart besaitete.

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