Jigsaw hat erneut Fallen gebaut, um diejenigen, die den Wert ihres Lebens nicht schätzen, in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Und Detective Eric Matthews hat das "Glück" diesen Fall übernehmen zu dürfen. Aufgrund der besonderen Tötungsart eines gefundenen Opfers ist dem Schutzmann natürlich klar, dass es sich bei dem Initiator des Mordes nur um den berüchtigten Jigsaw handeln kann, der offensichtlich immer noch am Leben ist.
Wenn schon ein Jahr nach dem Original ein Sequel auf den Markt drängt, kann man generell von zweierlei ausgehen. Zum einen war der Vorgänger ein Riesenerfolg, so daß die Produzenten das heiße Eisen schnell schmieden wollen, um auch ja ganz tief in den Dollarpool einzutauchen und zum anderen, das durch die Eile kaum die Zeit bleibt ein vernünftiges Drehbuch zu schreiben, das die Qualität wenigstens in etwa halten kann.
Natürlich meidet man dabei auch jede Änderung am Konzept wie der-da-unten das Weihwasser, bietet aber immerhin kleinere Variationen an. Dreh- und Angelpunkt bleiben natürlich Jigsaw und seine perfiden Todesfallen. Statt zwei Leuten in einem Raum, gibt's diesmal allerdings sogar acht Personen, die nach Hinweisen in einem ganzen Haus stöbern müssen. Sie haben zwei Stunden Zeit, denn danach wird das Nervengas wirksam, denen sie alle ausgesetzt wurden.
Außerdem wird noch an verschiedenen Stellen Spritzen mit Gegengift verteilt, was als logische Konsequenz zur Folge hat, das sich die Truppe bald gegenseitig an die Gurgel (und darüber hinaus) geht. Leider sind auch mal wie die üblichen Klischeenasen dabei (Arschloch, Bitch, Nerd, Quotenschwarzer etc.), wie sie jeder billiger Slasher locker aus dem Ärmel schütteln würde. Da hat man sich beim Original doch mehr bemüht und so geht einem das Schicksal der meisten doch gepflegt am verlängerten Rückgrat vorbei.
Wieder top ist dafür der Jigsaw, der deutlich mehr Screentime bekommt. Er läßt sich absichtlich früh von den Cops schnappen, aber nur um dort mit Detective Mathews seine hinterhältigen Spielchen zu treiben. Klar auch, das die gemeinen Fallen wieder mit an Bord sind. Welcher Masochist würde sich nicht gerne einen Todeshelm aufsetzen, in der Krematoriumssauna schwitzen, ein erfrischendes Bad in einer mit Spritzen gefüllten Grube machen oder sich wenigstens mit einer Nagelkeule den Hinterkopf perforieren lassen. Blutjünger sind jedenfalls wieder mittendrin statt nur dabei.
Die gute Nachricht für die Fans: Jigsaw überlebt und bildet sogar schon seinen Nachfolger aus, was locker eventuelle Fortsetzungen und weitere Einnahmen garantiert (Stand 2014 sind wir inzwischen bei Teil 7). Es ist zwar in etwa so wie beim Junkie, der erste Schuß ist der beste (hab ich mir sagen lassen), alle weiteren erreichen nie wieder dieselbe Wirkung. Teil zwei ist zwar gut und spannend, kann sich aber nicht mit seinem Vorgänger messen. Trotzdem immer noch empfehlenswert.
7/10