Jigsaw ist wieder da und treibt seine Spielchen. In der von Darren Lynn Bousman schnell nachgeschobenen Fortsetzung des Hits von 2004 hat der Herr eine Gruppe in einem Haus eingesperrt. Es läuft ein Ultimatum, innerhalb dessen eine Lösung für den langsam einsetzenden Tod der Gemeinschaft gefunden werden muss.
Das gestaltet sich für die Betroffenen schwierig, denn sie sind durch die Bank einfach ziemlich dämlich. Die meiste Zeit schreit man sich an und selbst zwei Stunden reichen kaum aus, um die vor ihnen ausgebreiteten Hinweise anzugehen. „Saw II“ ist anstrengend – aber nicht auf die gute Art. Alles was er sein will drückt er einem permanent ins Gesicht, subtil ist da nichts und auch wenn man am Ende wieder Twists kredenzt bekommt, so bleibt das hier inszenatorisch höchstens solide.
Stilistisch übernimmt „Saw II“ manches aus dem Vorgänger. Leider, denn die stetigen Spielereien am Bild, der Schnitt und das Gewackel nerven den kompletten Film hindurch. Die Tonspur ist da nicht besser, das dauernde Gekeife und die klanglichen Effekte sind nachhaltig ermüdend.
Positiv bewerten kann man die Ausstattung, das ganze Szenario wirkt wieder schön abgeranzt und etwas Splatter gibt es obendrauf. Wirklich schmerzhaft bleibt eine Sequenz in Erinnerung, die das auf die Sp(r)itze treibt. Selten war etwas Gesehenes so spürbar, den Effekt rechne ich dem Film an. Ansonsten ergeht sich dieser Teil schon in dem, wofür die Reihe bekannt ist und zelebriert manche Vorrichtung, in welche die Damen und Herren geraten. Da macht Bousman keinen Hehl draus und eher erinnert man sich hieran als an die Namen der Personen.
„There will be blood.“
Viele dumme Leute schreien sich gegenseitig an und sterben, während John Kramer selbstgerechten Blödsinn von sich gibt. Das nimmt mitunter schon parodistische Züge an, dank der anstrengenden Präsentation macht es dennoch keinen Spaß. Wo der Erstling noch in ausreichendem Maß Spannung verbreitete und als Thriller funktionierte, gibt es hier nur viel Lärm. Um wenig.