Nach langer langer Zeit hatte ich mal wieder die Ehre einen asiatischen, genauer gesagt einen japanischen Film zu bewundern. Und dann ist es auch noch gleich so ein schwer zu verdauender Stoff. Strange Circus kann man als Ergebnis ansehen wenn man David Lynch mit Takashi Miike vermischen würde. Der Film ist absolut schonungslos inszeniert und zeigt Kindesmissbrauch in seiner übelsten Sorte, gleichzeitig verwirrt der Film noch zusätzlich, sodass der Zuschauer nach einiger Zeit schwer herausfinden kann, was nun Realität und was Fiktion bzw Traum ist. Besonders hervorheben möchte ich hier die schauspielerische Leistung von Issei Ishida hervorheben, der die Rolle des Yujis mit einer beachtlichen Leistung verkörpert. Er ist für mich die absolut interessanteste Figur in diesem Film. Natürlich darf man auch nicht die großartige Hauptdarstellerin vergessen, die unheimlich viele Facetten zeigt und ständig mit ihrem Charakter variiert. Etwas enttäuschend dagegen fand ich das Ende. Erst habe ich mich gefreut, dass alles so schön aufgelöst wurde und es eigentlich keine Fragen mehr in diesem Wirrwarr gab. Doch dann legt der Film mit der letzten Szene nochmal einen richtig dicken Floh ins Gehirn. Schade eigentlich, denn die Auflösung so wie sie war, war wirklich super, allerdings nichts für schwache Nerven. Der Film wird am Ende fast unaushaltbar brutal und man wundert sich wirklich sehr, dass der Film es ungeschnitten in unsere deutschen Videotheken geschafft hat. Ich kann diesen Film natürlich allen David Lynch und Takashi Miike Fans empfehlen, auch wenn die Beiden natürlich nichts mit dem Film zu tun haben. Fans des asiatischen Mystery Kinos sollten sich ebenfalls diesen ultra brutalen Film nicht entgehen lassen.
Fazit : Künstlerischer Bilderrausch, verpackt in einer grausamen Story, die extrem an den Nerven zerrt. Schwer zu verdauen, schwer zu verstehen und schwer zu vergessen. Absolut nicht Mainstream tauglich!
8,5/10