Review

Nun muss einmal mehr eine Blut-Christi-Reliquie für einen müden Horror-Thriller herhalten, denn hier dreht sich alles um den heiligen Gral oder auch Abendmahlskelch.
Als hätte der „Da Vinci Code“ nicht bereits vieles darüber ausgeplaudert, muss ein Regiedebütant das Ganze noch einmal aufrollen und ein wenig Softcore beimengen.
Inhaltlich begrenzt man den Stoff aufs Nötigste und schafft es dennoch, viele unbeantwortete Fragen im Raum stehen zu lassen, - alle Achtung!

Neben dem Gral steht Kunstfotograf Jack im Mittelpunkt, der seit dem mysteriösen Verschwinden seiner Frau vor drei Jahren nur noch Bilder für eine pornografische Website abliefert. Eines Tages begegnet er am Tatort eines Autounfalls einer sterbenden Frau, die ihm eine Kiste mit dem Gral überreicht, da Jack der auserwählte Beschützer sei.
Fortan interessieren sich jedoch eine Menge anderer Leute für diese Kiste. Wem kann Jack noch trauen und welche Macht steckt hinter dem heiligen Kelch?

Ein Gralshüter und zugleich Pornofotograf, na, wenn das mal nicht in die Hose geht.
Tut es dann auch relativ schnell, da Regisseur Catania sich nicht entscheiden kann, ob er nun Softcore oder Horror mit religiösem Motiv abliefern soll.
Letztlich bietet der Streifen eine einzige Lethargie in dunklen, spartanischen Kulissen, bei dem allenfalls während der letzten Minuten noch minimale Spannung aufkommt.

Etwas ungeschickt gestaltet sich bereits der Einstieg. Da sieht man zwei Typen, die eben jene Kiste in der Wohnung haben und sie öffnen. Der eine schreit, der andere findet sich geistesabwesend in der Dusche. Ein Paar gelangt in die Wohnung, die Frau erschießt den in der Dusche, die Kiste mit der Aufschrift „Kyrie“ wird mitgenommen. Es ist dieselbe Frau, die Jack später die Box überlassen wird und dann im Auto stirbt.
Wer diese Personen waren und welche Absichten sie verfolgten, wird für immer ungeklärt bleiben, denn das wird im Verlauf nicht erörtert.

Überhaupt, bleiben viele Sachverhalte im Dunkeln, wie Personen, die seit Jahrhunderten hinter dem Gral her sind, keineswegs erklärt werden.
Ob da nun Dämonen, Engel oder gar der Teufel selbst zu Werke gehen und was sie mit dem Kelch eigentlich vorhaben, - bleibt alles der Fantasie des Zuschauers überlassen.

Wäre auch alles noch nicht so schlimm, wenn man sich nicht durch gut 100 Minuten Inhaltslosigkeit quälen müsste.
Ich komme dem Geheimnis des Kelches nämlich nicht auf die Spur, wenn ich dem Fotografen minutenlang bei Gesprächen mit seinem Agenten beiwohnen muss. Dann wieder endlos lange Fotosessions mit halbnackten Models in seinem Atelier, Diskussionen mit den beiden Computerfreaks im überladen eingerichteten Labor. Ein Pornotyp, der neue Models anschleppt, wieder Fotosessions. Eine gefühlte Stunde Redundanz.

Doch es gibt ja auch noch eine Handlung rund um den begehrten Gral.
Da sollte uns doch nicht eine Femme Fatale wundern, die Fotograf Jack während seiner einsamen Schwimmbahnen im nächtlichen Hallenbad trifft und diese (weil attraktiv) beim zweiten Zusammentreffen direkt mit nach Hause, ins Pimperbett nimmt.
Immerhin weckt die in ihm die künstlerische Inspiration und zugegeben, die Stills seiner Fotos können sich auf ästhetisch erotischer Ebene wahrlich sehen lassen.
Aber mit ihrer ersten Szene wissen wir, das unsere Hauptfigur gewarnt sein sollte, nur, der merkt das natürlich nicht, uraltes Filmklischee eben.

Dazwischen tauchen noch merkwürdige Gestalten auf, die Jack rund um sein karg eingerichtetes Apartment beobachten. Ob die ihn jedoch beschützen oder irgendwann auflauern wollen, bleibt lange ungewiss.
Und dann gibt es ja noch das unerklärte Verschwinden seiner Ex, was sich zumindest in diesem Punkt schlüssig aufdröselt und eine gewisse Spannungshaltung beim Zuschauer auslöst, - für irgendetwas müssen die schnell geschnittenen Flashbacks schließlich gut sein.

Aber im Gesamtbild bleibt es schlicht langweilig. Da baut man zwei, drei mal ein Geisterwesen ein, lässt es in einer dunklen Ecke hocken oder eine Warnung aussprechen, - alles ohne Kontext, wie sich später herausstellt.
Die Website, für die Jack arbeitet, offenbart dann noch eine geheime Wahrheit, doch mir will sie sich nicht so recht erschließen, - genauso wenig, wie die Funktion der beiden schrägen Webmaster, die definitiv mehr über den Gral und dessen Bedeutung wissen. Alles halbgar und lose zusammengeschustert.

Insgesamt ein Film, dem es gänzlich an Tempo mangelt, zudem fehlen hüben wie drüben Erläuterungen, während sich einige Szenen scheinbar endlos ziehen.
Kein Film, der flüssige Unterhaltung bietet und keiner, bei dem das Miträtseln in irgendeiner Form wirklich Spaß macht.
Bis auf ein paar ästhetische Szenen und nicht allzu schlechter Leistungen der Darsteller ein komplett langweiliger und obendrein verwirrender Beitrag.
3 von 10

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