Die sechsjährige Iris (Zoé Auclair) kommt in ein abgelegenes, von der Außenwelt völlig abgeschirmtes Mädcheninternat. Unter einem strengen Reglement werden die Mädchen hier erzogen und auf die nahende Pubertät vorbereitet. Jedweder Regelbruch ist bei Strafe verboten. Einmal im Jahr erwählt die Internatsleiterin (Corinne Marchand) das gelungenste Exemplar zum vorzeitigen Aufbruch…
Nach einem Romanfragment von Frank Wedekind entwirft Lucile Hadzihalilovic ein zeit- und ortloses Irgendwo, das zu einem kühlen Gleichnis für die rigiden Formungsprozeduren wird, mit denen heranwachsende Mädchen von unzufriedenen Erwachsenen in gefällige Wesen verwandelt werden sollen. Der schwerblütige Bilderbogen ergibt keine Geschichte im klassischen Sinne, die zur Entwicklung eigener Gedanken und Einschätzungen anregen würde, sondern verkünstelt sich in hochtrabenden, selbstgefälligen Veranschaulichungen, die dem Publikum beharrliche Entschlüsselungsarbeit abverlangen. Das bleierne Unglück der Mädchen und die Verbitterung der Internatsbetreiber lässt die Abhandlung reichlich gewollt erscheinen, denn wie hätten die unerfreulichen Zuchtverfahren jemals Anhänger unter den Menschen finden sollen, wenn nichts und niemand Gefallen daran findet?