"Money is the Road to all Happiness" ertönt zum Vorspann und schon alleine der Sound macht uns klar: Wir sind mitten in den Siebzigern angelangt. Weil das Ganze zudem ein Exploitationfilm ist, können wir uns im selben Atemzug bewusst sein: Verbrechen lohnt sich nicht! Generell wird "The Candy Snatchers" mit sehr viel Lob von Seiten der Fans überschüttet - eine Auffassung, die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Erzählt wird die Geschichte einer missglückten Entführung, bei der Ende niemand wirklich als Gewinner hervorgeht. Dass die Kidnapper untereinander völlig zerstritten sind, ist nur eines von vielen Makeln... Angeblich basiert die Story sogar auf einer wahren Begebenheit.
Nicht selten werden Vergleiche zu echten Genre-Perlen wie "Last House on the Left" oder "Ich spuck auf Dein Grab" herbeizogen, wohingegen "The Candy Snatchers" zu keinem Zeitpunkt weder deren Klasse noch deren Härtegrad erreicht. Auch weitaus Spannenders hat man auf dem Sektor schon gesehen. So wartet man ständig darauf, dass doch noch irgendwas Außergewöhnliches passiert oder die etwas schleppende Handlung wenigstens ein bisschen mehr Fahrt aufnimmt.
Im Gegenzug hat das Werk von Regisseur Guerdon Trueblood eine durchaus wendungsreiche Story zu bieten, die auch ohne große Effekthascherei auskommt. Die Inszenierung ist trotz des sichtbar niedrigen Budgets durchaus solide, die junge Tiffany Bolling ist in der Hauptrolle zu sehen. Die hat es aber nach eigenen Aussagen nur wegen des Geldes gemacht - und ist über ihr Mitwirken alles andere als erbaut, wie im englischen Wikipedia zu lesen ist.
Fazit: Kleiner Beinahe-Klassiker mit Betonung auf Ersterem. Die typische Art von Vorfilm bevor es an die richtigen Kracher geht...