Review

[Extended Version:]

Nach den überwiegend hervorragend bepunktenden Reviews auf dieser Seite waren wohl meine Erwartungen zu hoch geschraubt.
Am Anfang wird hier vor allem eines: auf die melodramatische Tränendrüse gedrückt. Wie gut sich das mit handfester Actionkost verträgt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Dass es hier Lundgren gelingt, alle Bandenmitglieder kaltblütig und zielsicher niederzustrecken, um beim Oberbösewicht zu versagen und ihn mit einem Wangendurchschuss liegenzulassen, ist - mir fehlen die Worte.
Dass aus dem Schurken kein guter Mensch geworden ist, versteht sich. Er kidnappt eine Tochter aus reichem Haus - die vielleicht beste darstellerische Leistung des Films kommt übrigens von ihr -, und Lundgren holt sie raus.
Dass sein Kontaktperson-Buddy leicht ins Komödiantische hinüberspielt, nimmt dem Film den Ernst, der ihm gut bekommen wäre. Das wenn auch zart angeschlagene komische Element spießt sich doch zu sehr mit den an sich sehr gut choreographierten, einfallsreich brutalen Gefechten, die für sich eine härtere, finsterere Atmosphäre zu meinen scheinen.
Nackte Haut gibt's dann kurz im russischen Nightclub zu sehen, doch nie oben ohne. Hier werden Mädchen mit Drogen vollgepumpt. Ein hartes Shootout dort, dann die etwas langatmige Flucht durch die Provinz. Locations mit Lokalflair hier, aber die Handlung steht.
Am Ende in einem kleinen Dorf: Showdown. Schön inszeniert und wirklich sehenswert, wie hier das Italowestern Pistolenduell-, Geballer- und Versteckspiel spannend variiert wird: Todesarten und Sets sind vielfältig und ansprechend, und so kommt keine Langeweile mehr auf.
Das sind jedoch nur die letzten 15 Minuten. Bis dahin war alles etwas zu melodramatisch bzw. zu humoristisch, und bei weitem nicht so toll.
Besser als der Actiondurchschnitt? Nur wegen des Finales. Macht also 6/10.

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