Diese äußerst derbe Rachegeschichte kam zu einem Zeitpunkt, zu dem man gerade bei Filmen mit Herrn Lundgren Vorsicht walten lassen musste. War er in den achtziger Jahren und den frühen Neunzigern so gefragt, dass er in unglaublich unterschiedlichen Werken mitspielte - "Men of War", "Masters of the Universe", "Dark Angel", "Punisher" oder sein Auftritt in der "Rocky"-Saga - das alles hatte seine Qualitäten. Dann kam erstmal nix, bis er gegen Millenium seinen Weg zu Regisseuren fand, die ebenfalls schon bessere Zeiten gesehen haben, vor allem Tony Hickox, und es kam nur Edelschrott heraus. Diese Dürreperiode hielt sich lange, doch vielleicht ist hier der Ausweg.
Denn dieser Film ist in seiner Klasse eine Klasse für sich!
Schon lange hat es kein B-Actioner mehr gewagt, so konsequent in seiner Gewalt-Entstehung und Gewaltdarstellung zu sein.Die Story ist noch diesselbe wie in den Achtzigern, doch was soll es? Es geht ja um die Action, sonst nix! Leider vermasseln die meisten Film ihre simple Story mit dummen Scherzen, schlechten Darstellern und vor allem völlig eintöniger Inszenierung.
Nichts davon findet man hier. Auch wenn es letztlich auf eine heldenhafte Selbstdarstellung Dolphs hinausläuft - immerhin hat er das, wovon Loser wie Vin Diesel oder Jason Stratham träumen: er ist cool und hat ohne Gesichtsausdruck mehr Charisma als viele andere. Schade, dass er es so lange nicht mehr gezeigt hat.Die Nebendarsteller sind passabel, gehen aber ohnehin in der aufwendigen Inszenierung ziemlich unter.
Selten hat man einen B-Film so gut anzusehen gehabt! Tolle Photographie, vorhandener, aber nicht übertriebener Einsatz von Stilmitteln und vor allem eine exzellenter Soundtrack lassen keine Sekunde Langeweile aufkommen!Die Gewaltdarstellung ist schon recht heftig, schrammt aber knapp am Splatter vorbei - eben so, wie man es aus den guten alten Tagen kennt. Was beeindruckt, ist die Grimmigkeit der Tötungen - hier wird gar nichts in Frage gestellt! Es ist ein lebendigerer Egoshooter!
Auch die Action überzeugt, doch am Ende fragt man sich, wo eigentlich die angeberischen Effekte waren? Da gibt es schon mal eine Explosion..., aber übertriebenen Trash wie Flugzeugstunts, unglaubwürdige Fallschirmspringerei oder halbstündige Carcrashes sucht man hier vergebens.Fazit: Es ist trocken, es ist böse, es ist hart ..., verdammt, es ist männlich! Vergesst Werbe-Bullsh*t wie "Crank" und zurück ins goldene Jahrzehnt derber Action!
Wäre doch der Hammer, wenn plötzlich Steven Seagal sein Gesicht wiederfinden würde..."Alarmstufe Rot 3" wär doch was, aber nur unter der Regie von Dolph!