Mit "The Mechanik" ist Dolph Lungren ein erstaunlich guter Selbstjustiz-Actioner gelungen. Es geht um den russischen Ex-Spetznaz (Klischee) Nicolai, der jetzt als Automechaniker seine Brötchen verdient, dessen Frau und Sohn bei einem Drogendeal erschossen werden (Klischee). Daraufhin macht Nikolai alle Gangster platt (Klischee), aber (Überraschung) einer überlebt. Sieben Jahre später wird Nikolai, inzwischen illegal in die USA ausgewandert, von einer mysteriösen Dame um die Rettung ihrer entführten Tochter gebeten. Als er auf einem Foto den tot geglaubten Obergangster erkennt, willigt er ein. Unterstützt wird er von einer 4-köpfigen Söldnertruppe.
Trotz der papierdünnen, von Dolph selbst geschrieben Story (*hust*), kann selbige, unterstützt durch den gelungenen Score, partiell fesseln. Allerdings sind die Dialoge teils jenseits von gut und böse ("Wie lautet dein Plan?" "Alle töten.") Der Film ist aber schön straight inszeniert und lässt zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Dolph hat über die Jahre ein gutes Auge für Actionszenen entwickelt, denn an jenen lässt sich nichts aussetzen. Die teils ziemlich blutigen Schießereien sind optisch gelungen, immer übersichtlich und zum Glück nicht verwackelt. Auch ansonsten arbeitet der Kameramann hervorragend. Gefilmt wurde teils an Originalschauplätzen (St. Petersburg) und es gibt wunderbare Landschaftsaufnahmen zu bestaunen. Auch die Bildfilter, vor allem in den Rückblenden, tragen viel zur Atmosphäre bei. Lediglich am Anfang wurde ein wenig mit optischen Spielereien übertrieben. Auch die schauspielerischen Leistungen können überzeugen. Lediglich Dolph himself könnte auch mal ein wenig emotionale Reaktion zeigen.
Old-School-Fans wird es freuen, dass, bis auf eine Szene, ausschließlich "echtes" Kunstblut verwendet worden ist. Da dies zu Weilen recht intensiv spritzt, wurde die ungeschnittene Fassung nur von der SPIO/JK freigegeben. Die KJ-Version ist schon recht übertrieben geschnitten, bei der FSK16-Fassung ist nur noch ein sinnentleerter Torso übrig geblieben.
Fazit: Ein wirklich guter und reichlich brutaler Actionfilm mit Selbstjustizthematik, der auf fast allen Ebenen überzeugen kann.