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In Thailand ist die Geschichte von Mae Nak eine seit Generationen überlieferte Geisterlegende. Demnach soll ein Mann in den Krieg gezogen sein, während seine schwangere Frau um ihn bangte. Der Mann kehrte zurück, doch die Frau war bei der Geburt des Kindes gestorben und ein Geist ersetzte ihre Gestalt. Fortan tötete sie jeden, der ihre Liebe entzweien wollte.

Der englische Regisseur Duffield nahm sich dieser Legende an und bastelte daraus einen konventionellen Mystery-Streifen mit ein paar Schockeffekten, aber wenigen spannenden Momenten.

Dabei erinnert eine Geistererscheinung mit weißer Maske und kurzen, schrillen Tönen einmal mehr an „Grudge“ und bietet insofern auch keinen Anlass für Gänsehaut.
Dieser Geist erscheint Mak, der seine Nak soeben geheiratet hat und in das älteste Haus in einem Stadtteil von Bangkok einzieht.
Genau hier hat auch einst Mae Nak gewohnt und als wenn das noch nicht Zufall genug wäre, schenkt Mak seiner Frau einen Anhänger, der letztendlich das Erscheinen der Geisterfrau hervorruft.

Zumindest sorgt die Geisterfrau für drei herrlich kuriose Ableben. Das erinnert schon stark an „Final Destination“, wenn ein Typ von einer Glasscheibe genau in der Mitte durchtrennt wird, ein anderer durch eine bizarre Kettenreaktion auf dem Grill landet und ein weiterer seinen Kopf zwischen den Schiebetüren einer U-Bahn verliert.
Dabei ist die Darstellung der tödlichen Unfälle nicht durchweg gelungen, besonders der abgetrennte, fliegende Kopf wurde nachträglich ins Bild eingebaut, was leider deutlich zu erkennen ist.
Aber immerhin bieten diese Szenen ein wenig Tempo und Spannung, was im übrigen Verlauf schmerzlich vermisst wird.

Mak wird irgendwann von Räubern, die ihm seine halbe Wohnung ausgeraubt haben, ins Koma angefahren und Nak ist fortan, zwischen Mönchen und einem blinden Medium, damit beschäftigt, den Geist von Mae Nak zu besänftigen.
Das schwankt dann irgendwo zwischen „Exorzist“, wenn Mak sich schwebend über seinem Krankenbett befindet und ein paar Ärzte bei einem Eingriff ebenfalls in der Luft hängen und thailändischen Insiderlegenden, die zwischen weiteren Mönchen und Ausgrabungen im heimischen Garten um Aufklärung bitten.

Aber wirklich fesselnd ist das nicht. Denn ein blindes Medium (furchtbare Kontaktlinsen) und die dazugehörige Seance werden einschläfernd präsentiert. Ebenso, wie eine Ausgrabung im Garten, um Überreste Mae Naks zu finden, ihr das Amulett zurückzugeben, woraufhin diese eigentlich zufrieden sein müsste.
Insgesamt lässt man sich zuviel Zeit, um den Geist einerseits in Erscheinung treten zu lassen, andererseits, um die Auslöschung eines solchen zu bewerkstelligen.
„Mae Nak“ kommt zu keiner Zeit auf den Punkt und vertrödelt seine Handlung mit unbrauchbaren Szenen, wie der Renovierung des frischbezogenen Hauses oder einem Ex von Nak, der zweimal auftaucht, ohne eine relevante Reaktion auszulösen.
Hier erwarte ich ein paar Schockeffekte oder zumindest ein bisschen Grusel von der asiatischen Stange. Doch beides wird weitestgehend unterlassen, stattdessen muss man ein paar charakterlosen Typen bei unsinnigen Aktionen zuschauen.

Zudem wirken die Darsteller alle ein wenig hölzern und ihre Dialoge muten nicht selten gestelzt und aufgesagt an.
Die Charakterisierung der Protagonisten geht gleich Null, die „Nak“ ist zwar recht knuffig, aber ihr schauspielerisches Talent äußert sich leider eher durch lieb gucken.

So behandelt „Mae Nak“ ein weiteres übersinnliches Phänomen des asiatischen Raums, dessen mystischer Zauber leider nicht lange hält und im Verlauf immer belangloser daherkommt. Ein paar Mal taucht das helle Geistergesicht im Hintergrund auf und ein paar ansehnliche Flashbacks erklären die Herkunft desselben.
Hat man also alles schon mal gesehen und im Vergleich zu artverwandten Beiträgen wie „Grudge“ oder „The Eye“ auch wesentlich packender.
Insgesamt ganz nett, aber auch nicht mehr und in der Summe sogar eher enttäuschend.
5 von 10 Punkten

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