Review

Hier haben wir mal einen richtigen Stinker!
Die Kritiken (etwa bei imdb) sind gar nicht mal so schlecht, was den Film nicht daran hinderte, bei einem 50 Mio.-Budget (wo ist das eigentlich abgeblieben, der Film sieht nach 12 aus) gerade mal 6 Mio. wieder einzuspielen.
Wer’s gesehen hat, weiß, warum!

Garry Shandling, Comedy-Star seiner eigenen Fake-Talk-Show „The Larry Sanders Show“, bläst hier als Alien zur Attacke auf alle zeugungsfähigen Erdenfrauen, damit seine nur männliche Rasse (samt und sonders ohne Penis) die Erde übernehmen kann, indem er einen Nachkommen zeugt. Wie das Baby dabei helfen soll, verrät uns der Film nicht, ist das doch nur der MacGuffin für eine endlose Reihe von platten Sexwitzchen aus der untersten Schublade.

Shandling, bei uns unbekannt und gesegnet mit einem wulstlippigen Schweinchenface, geht ran wie der letzte Leichtmatrose und kriegt natürlich erst nach und nach mit, wie Erdenfrauen wirklich ticken. Nicht zu vergessen, daß er noch echte Gefühle entwickelt und seinen Welteroberungsplänen abschwört.

Das alles ist jetzt nicht revolutionär schlecht, sondern einfach nur verblüffend fade und einfallslos gemacht. Shandling ist ein armseliger Darsteller (zumindest hier) und die anderen namhaften Chargen in dieser Plotte verkaufen sich rätselhafterweise vollends unter Wert.
Annette Bening nervt sich hibbelig durch die Rolle als Sexobjekt und werdende Mutter, Greg Kinnear fügt einen sexgeilen, untreuen und schmierigen Arbeitskollegen hinzu. John Goodman irrt gänzlich überflüssig durch eine sinnlose Nebenhandlung als Flugsicherheitsbeamter auf Alienjagd (gott, wie originell) und Ben Kingsley als Shandlings Boss spült sich als Running Gag immer wieder eine Flugzeugtoilette runter. (Von Linda Fiorentinos standardisiertem Femme-Fatale-Auftritt rede ich erst gar nicht.)
Man ahnt, der Sinn für Humor muß schon extrem tiefgelegt sein, um das noch irgendwie lustig zu finden.

Ein Großteil der Gags formt sich dann aus „Mann/Alien-Frau“-Mißverständnissen und soll wohl Geschlechterrollen parodieren (wird nix) und der Rest geht (bruhaha!) auf Kosten von Shandlings künstlichem Penis, der bei Erregung zu summen und zu brummen anfängt (sowas kann man über 90 Minuten breit treten).

Wo das Geld geblieben ist, weiß keiner, vermutlich in den Taschen der Stars. Die Sets sind dürftig, der Film plätschert dahin und hat noch nicht mal einen aufregenden Höhepunkt, sondern wird kurz und knapp zu ende gebracht.
Wem also dieses Meisterwerk an fader Witzlosigkeit rund ums Poppen über den Weg läuft, sie hiermit gewarnt. Normalerweise sind wir solche Plotten nur aus Deutschland gewöhnt. Bullshit: 2/10.

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