Recht interessanter, sleaziger B-Krimi von Rolf Olsen, Mitte der 60er komplett in Schwarz-Weiß gedreht. „Das Rasthaus der grausamen Puppen“ spielt in Schottland und dreht sich um eine Gruppe Gefängnisausbrecherinnen, natürlich alle recht jung und gutaussehend. Diese schaffen es aber nicht besonders lange, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und je mehr weitere Straftaten begangen werden und man sich durch Intrigen und Eifersüchteleien zerstreitet, desto enger zieht sich die Schlinge um die harten Mädels. Der Fokus des Films liegt auf Betty und Bob und zumindest für Betty lässt Olsen den Zuschauer Sympathie entwickeln. Die Polizei hingegen kommt nicht gut weg, denn die kapiert erst sehr spät, was Sache ist und fällt in erster Linie durch ihre Dummheit auf, wurde also sehr realistisch dargestellt. Im Verlauf der Handlung fiel es leider mitunter nicht leicht, die einzelnen Charaktere auseinanderzuhalten, was nicht unbedingt für deren gelungene Zeichnung spricht. Zudem sollte man hier nicht allzu viel nackte Tatsachen oder grafische Brutalität erwarten; insgesamt bleibt „Das Rasthaus …“ eher zahm, was aber vielleicht seiner Entstehungszeit geschuldet ist.
Auf mich wirkt Olsens Film etwas überladen. Hätte man sich auf die Figuren Betty und Bob beschränkt, hätte das dem Film sicherlich gut getan. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um einen ungewöhnlich sleazigen deutschen Kriminalfilm, der über die Olsen-typischen kritischen Untertöne verfügt. Und der Soundtrack weiß auch zu gefallen.