Review

Ein junges Pärchen verzichtet auf
alle Collegeambitionen und zieht in eine mittelständische
Vorstadtsiedlung. Zwar wundern sich die Verliebten über die sehr
verlassene & trostlose Umgebung, doch will man sich davon nicht
beirren lassen, schließlich erhofft man sich den amerikanischen
Traum. Schon bald lernt man auch die Nachbarschaft etwas näher
kennen. Da wäre zum einen das taub wirkende ältere Ehepaar,
bei dem fast jeden Abend der Krankenwagen vorbeischaut und zum
Anderen der verwahrloste, debile Einsiedler. Letzterer erweist sich
bald schon als der Ursprung allen Übels, bringt er den neuen
Nachbarn doch gerne mal vergiftete Schokolade als Präsent vorbei
oder bricht nachts ein um den Kühlschrankinhalt zu überprüfen.
Bei soviel unerwünschter Liebenswürdigkeit ruft man dann
auch mal die Herren Staatsdiener zur Hilfe, doch die bringen den
Neulingen nicht viel Verständnis entgegen, schließlich
handelt es sich bei dem Angezeigten ja um den Sohn des kürzlich
verstorbenen Bürgermeisters.

Da haben wir also den psychotischen
Schmutzmenschen mit den vielen Sonderbarkeiten. Lauscht er doch den
ganzen Tag der urchristlich-fundamentalen Radioshow eines
Domian-ähnlichen Seelenfängers, um dabei in seiner
hexenhaften Gruselküche diverse Ekelhaftigkeiten für die
liebe Nachbarschaft zu brauen. Ansonsten liegt er gerne auf einer mit
unterschiedlichsten Körperflüssigkeiten behafteten
Matratze, um sich auf höchst einfallsreiche Art und Weise am
eigenen Leib zu vergehen.





Den Gegenpol bilden Wendi und Bob
Petersen. Bob hat schon einen Job bei einer stark seltsam anmutenden
Firma übernommen, doch welche Aufgaben er dort zu erledigen hat,
kommt nicht wirklich raus. Ist auch völlig uninteressant, da die
Szenen in der Firma eigentlich nur zur Auflockerung des ganzen
Geschehens dienen. Bobby wird dort gelegentlich von einer Sekretärin
etwas angeflirtet oder muss einen Drogentest bestehen. Sein kleines
Frauchen verbringt die Zwischenzeit damit, dass kleine Häuschen
zu dekorieren und sich so richtig vom perversen Nachbarn erschrecken
zu lassen. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass Bob sein
Zuckerschneckchen, nach getaner Büroarbeit immer wieder
zusammengekauert irgendwo zu Tode verängstigt vorfindet.

Der mir bis
dato völlig unbekannte Regisseur mit dem Namen Graeme Whifler
beschehrt uns hier einen feinen Nachbarschaftsterrorfilm, der es
schafft bis zum Schluss hin immer mehr an Fahrt zu gewinnen und dann
in einer grausamen Goreszene seinen Abschluss zu finden. Bis dahin
offenbart der Anfangs nur als unheimlich empfundene Einsiedler immer
mehr sein wahres diabolisches Inneres. Durch die immer wieder
eingespielten Radioshowsequenzen, in denen sich beispielsweise
Medikamentenabhängige oder Inzestopfer beim Moderator Seelenheil
versprechen, gewinnt der ohnehin schon sehr morbide Streifen noch
eine religiöse Komponente.



Eine Frage bleibt aber noch zu klären:
Warum schlafen die Amis eigentlich so gerne auf Matratzen ohne
Bettgestell? Jedenfalls habe ich dieses Phänomen schon bei einem
alten Freund und ehemaligem Klassenkameraden (gebürtiger
Kalifornier, seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland)
feststellen können...

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