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John Harrington (Stephen Forsyth) führt mit seiner biestigen Frau Mildred (Laura Betti), von der er sich am liebsten scheiden lassen würde, ein exklusives Brautmodengeschäft. Doch hinter der makellosen Fassade des Modemachers verbirgt sich ein kaltblütiger Frauenmörder, der verzweifelt das Rätsel um seine beängstigenden Kindheitserinnerungen lüften will.

Kameravirtuose Mario Bava hat sich hier zur Verfilmung eines wahrhaft kuriosen Drehbuchs hinreißen lassen, das munter Screwball-Komödie und Giallo miteinander vermengt und eine Prise Gespenstergeschichte beigibt. Der zähe Komödienteil fügt der flirrenden Psychohatz leider enormen Schaden zu, denn Johns augenzwinkernde Erzählstimme kann für ein Zurückzwinkern des Zuschauers kaum genug Charisma entwickeln und die schwarzhumorig gemeinten Schlagabtausche bleiben arm an Esprit und Tempo. Die visuelle Ausgestaltung freilich ist vom Allerfeinsten: Changierende Licht- und Schattenspiele, eine ausgepichte Farbdramaturgie und raffinierte Schärfenzüge verbinden sich mit dem exquisiten Szenenbild zu einem grellen Bilderrausch, der Johns gestörten Wirklichkeitssinn lebendig werden lässt. Erzählerisch ein unausgegorener Genre-Mischmasch, ästhetisch eine wahre Augenweide.

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