Review

Im Martial Arts Bereich kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Handlungen, die wie Konsolenspiele aufgebaut sind, manche sind auch solchen Vorbildern nachempfunden und mit einer hinzu gesponnenen Handlung angereichert wie „Mortal Kombat“ oder „Street Fighter“. Mit stärkerer Betonung auf den Wettkampf erlebt man hingegen Action-Perlen wie „Bloodsport“ oder „The Quest“, die mit teils spektakulären Moves und einiger Härte beeindrucken. Leider ist vorliegender Streifen weit davon entfernt.

Der Contest passt sich dem Internetzeitalter an, denn in Foren dominieren die Beiträge des ominösen Geochilmaru, der acht Mitglieder der Seite zum Wettkampf einlädt.
Also fahren acht Typen unterschiedlicher Kampfsportarten mit einem Kleinbus in die verschneiten Berge und müssen im K.O. -System gegeneinander antreten, bis einer am Ende alle Ketten der Teilnehmer eingeheimst hat. Final darf derjenige gegen Geochilmaru antreten, sofern es denn nicht einer aus der Gruppe selbst ist…

Obgleich eine halbe Stunde bis zum ersten Aufeinandertreffen zweier Kämpfer vergeht, nutzt man die Zeit zu wenig, um die die Individuen interessant zu gestalten. Über schemenhafte Figuren wie den Straßenkämpfer, den Büroangestellten, den Sportlehrer oder der grazilen Baguazhang-Kämpferin kommt man nicht hinaus und ebenso wenig kristallisiert sich kaum ein Sympathieträger heraus.
Hinzu kommt der Aspekt der schwachen Mimen, was sich besonders während der Unterhaltungen im Kleinbus offenbart.

Angereichert wird die Szenerie durch einen Sprecher, der einige Weißheiten zum Besten gibt und Handlungsstränge kommentiert oder ihnen durch die Blume vorweg greift. Zwischenzeitlich wirft der gute Herr ein wenig zuviel ins Geschehen, denn oftmals sprechen die Typen und ihre Haltungen für sich.

Genrefreunde legen den Focus natürlich auf die Kämpfe und da wird zwar nicht mit akrobatischen Tricks oder gar Wire-Effekten gearbeitet, aber zuweilen sehen die Auseinandersetzungen zumindest realitätsnah aus. Das Problem ist dabei allerdings: Spektakuläre Moves bleiben aus, es mangelt an Härte und nach einiger Zeit ermüden die Kämpfe zusehends. Zwar punktet am Rande noch die bergige Schneelandschaft, aber die eindimensionalen Techno-Beats im Hintergrund verbessern diese Konstellation nicht gerade.
Es reicht auf Dauer eben nicht, Figuren durch die Landschaft latschen und sie beim Aufeinandertreffen zuschlagen und treten zu lassen.

So wird die Gruppe immer wieder von einem schusseligen Provinz-Polizisten unterbrochen, eine schrille Dorf-Ische beklagt sich ebenfalls lauthals, hinzu kommen erneute Weißheiten des allwissenden Erzählers, ein Einsperren in der Toilette und die Offenbahrung eines Teilnehmers beim Finalkampf.
Die Chose gerät leider nur selten spannend, doch immerhin ist das Tempo ab dem ersten Fight passabel.

Am Ende ist der Streifen nicht ansatzweise zu vergleichen mit zeitgenössischen Actionperlen, sondern ähnelt eher einem Update der typischen Eastern der Siebziger.
Die Sache wirkt unpointiert, es mangelt an Herzblut und nur weil man möchte, dass der Sprücheklopfer Lack bezieht und der Ruhige final die Nase vorn hat, gerät der Film nicht gänzlich langweilig, - wobei etwaige Philosophien über den Geist der Kampfkunst ohnehin hinlänglich ausgebreitet wurden.
Nicht sonderlich mitreißend und eher für den verregneten Sonntagnachmittag gedacht…
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme