So, das ist er!
Der Film von und mit Blödelkönig Tom Green - dem Komiker-Genius der zur Jahrtausendwende mit seinem extremst anzüglichen Anarcho-Humor die Nationen spaltete.
Nun gut, hier zu Lande ist der Hype um Herrn Green mittlerweile gänzlich verflogen, da dieser auf der Fulgär-Skala ja längst von Knocksville & Co. überholt worden ist.
In seinen 15 Minutes of Fame und am Zenit seiner Popularität hat Tom es jedenfalls fertig gebracht dieses Filmchen runterzukurbeln und liefert damit ein sattes Paket voller perverser Gags und grenzdebiler Ideen ab...
Tja, und was treibt Tom Green hier so alles ... :
- er spielt sich mit einem Pferdepenis
- er holt einem Elefanten einen runter
- er zieht einem überfahrenen Hirsch das Fell ab und benutzt dieses dann als Umhand
- er wirbelt ein noch blutiges Neugeborenes an dessen Nabelschnur durchs Zimmer
(...)
"Typisch Tom Green" kann man da eigentlich nicht sagen, da besagte Gags die Einfälle seiner damals auf MTV laufenden Sendung, der "Tom Green Show", deutlich an Deftigkeit und Weirdness übertrumpfen.
Ok, bis jetzt haben wir also viele derbe und zündende Gags, die gewiss nicht Jedermanns Sache sein,
aber bei mancheinem gewiss einen festen Platz im Zwerchfell finden dürften.
Nun aber gleich zum Minuspunkt Nummero Uno:
Zusammengehalten werden diese Gags von einer relativ nebensächlichen und teilweise auch leicht nervenden Story, welche sich ungefähr folgendermaßen zusammen fassen lässt:
Tom schlüpft hier in die Rolle des Kindmannes Gord Brody, der mit seinen fast 30 Jahren immer noch zu Hause bei den Eltern wohnt.
Gord pendelt zwar von Job zu Job, in Wirklichkeit träumt er aber davon als Comiczeichner groß raus zu kommen.
Sein Vater aber hält ihn für einen Versager, einen Träumer und einen Taugenichts und nutzt daher jede Gelegenheit um ihn nieder zu machen.
Einestages lernt Gord aber eine querschnittsgelähmte Krankenschwester kennen und lieben, welche von der Idee einen raketenbetriebenen Rollstuhl zu bauen besessen ist.
Sie verleiht Gord das nötige Selbstvertrauen, um sich dem Bewerbungsgespräch und dem strengen Vater zu stellen...
In gewisser Weise könnte man meinen Tom Green spielt sich hier selbst, da ihm die Rolle des “Losers mit einer Vision” wie angegossen zu stehen scheint.
Die Behauptung, dass dieses Machwerk autobiographische Züge enthält, sei aber mal nur so dahingestellt...
Tja, so lustig wie sich die oben erwähnten Gags anhören, so unlustig fällt hier die Vater-Sohn-Beziehung aus, denn diese ist angespannt, verdammt ernst und so garnicht zum Lachen.
Der teilweise recht heftige Familienzwist nimmt fast schon die dramatischen Ausmaße von SHINE an ( ++ Achtung: maßlose Übertreibung!!! ++ ...... aber mir ist kein passenderer Vergleich eingefallen ...) und steht in krassem Gegensatz zum geläufigen, green-typischen Unernst, der auch weite Teile dieses Films beherrscht.
Da FREDDY GOT FINGERED aber solch ein Wechselbad zwischen Gaga-Gags und ernster Familienproblematik liefert,
ist es mir unmöglich den Streifen als reinrassige, locker-flockige Debilo-Nonsense-Komödie a la HAGGARD oder ORGAZMO zu klassifizieren.
Aber naja ..., ist vielleicht auch nur meine Meinung. Mir für meinen Teil stieß diese stressige Vater-Sohn-Beziehung jedenfalls ganz schön heftig auf.
Gut, dann fass ich mal zusammen:
Tom Green wirft mal wieder das Piggy down the Hill!
Hier wird geblödelt was das Zeug hält.
Wenn man als “anständiger Mensch” durchgehen will, dann dürfte man über das Dargebotene definitiv nicht lachen,
und wer daher nur verkümmert-vertrockneten “7 Tage 7 Köpfe”- oder Didi Hallervorden-Humor mitbringt, wird hier entweder prustend unter dem Tisch liegen oder aber vor Scham abschalten.
Ein gewisser Hang zur Perversion muss zum Genuss von FREDDY GOT FINGERED also definitiv vorhanden sein.
Die Story ist zwar meiner Meinung nach übler Mist, wenn man das ganze aber nicht ganz SOOO ernst nimmt, dann überwiegt der positive Gesamteindruck hier auf jeden Fall.
Mein Fazit:
Einlegen und abgrinsen!