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„Def by Temptation“ ist ein rein schwarzer Film, in der kompletten Besetzung findet sich kein Weißer, nichtmal für die Quote. Die Vorbilder für diesen Film sind die kultigen Horrorfilme der Blaxploitation-Ära, wie zum Beispiel „Abby“ oder „Blacula“ und die Fortsetzung „Scream, Blacula, Scream“ und denen wird entsprechend gehuldigt.

Die Atmosphäre ist wirklich nett eingefangen und auch sonst kann man diese kleine Independent-Produktion nur als gelungen bezeichnen: Sämtliche Schauspieler sind ordentlich besetzt und können auch überzeugen, im B-Film Bereich gibt es viel Schlechteres. Neben dem Hauptdarsteller James Bond III. überzeugt vor allem Kardeem Hardison und natürlich der spätere Megastar Samuel L. Jackson in einer kleinen Nebenrolle.

Ganz in der Tradition des Blaxploitation-Horrors handelt es sich hier nicht um eine reine Komödie, trotz einiger witziger Dialoge und etwas Situationskomik bemüht sich „Def by Temptation“ um eine dichte, gruselige Atmosphäre. Positiv fällt auf das sich der Regisseur nicht übernehmen wollte und so einen kleinen aber feinen Low Budget-Horror mit einigen satirischen Spitzen.

Technisch ist auch kaum etwas zu bemängeln, über die guten (wenn auch spärlich eingesetzten) Effekte und die exzellente Kameraführung ist alles rundum gelungen. Letzteres liegt vor allem an der Mitwirkung von Ernest Dickerson; der ehemalige Kameramann von Spike Lee war auch hier für die Kamera verantwortlich, zusammen mit Troma-Chef Lloyd Kaufman. Dessen Mitarbeit gewährleistet den dreckigen Look des Films, obwohl es sich ganz und gar nicht um einen typischen Troma-Film handelt. Permanentes Overacting, derbe Geschmacksentgleisungen oder allzu viel nackte Haut bekommt man hier nicht geboten – all das hätte aber auch gar nicht zum nostalgischen Stil gepasst

Die größte Schwäche des Blaxploitation-Horrors findet sich auch bei „Def by Temptation“: Leider bietet der Film allgemein wenig Schauwerte und langweilt schon ein wenig. Ein Publikum das sich bewusst auf dieses Werk einlässt und im Idealfall auch mit den klassischen Werken des Genres vertraut ist wird aber seinen Spaß haben.

Einige Jahre später gab es mit „Vampire in Brooklyn“ von Wes Craven eine weitere Hommage an den Blaxploitaton-Horror, allerdings mit vielen Zugeständnissen an gewöhnliche Hollywood-Konventionen und zu sehr zugeschnitten auf Eddie Murphy. Besser machte es Ernest Dickerson als Regisseur in „Bones“ mit Snoop Dogg, allerdings stand bei diesem Werk natürlich ein ungemein größeres Budget zur Verfügung als für „Def by Temptation“ und schließlich hat auch „Bones“ seine deutlichen Schwächen.

In Anbetracht der enormen Budget-Diskrepanz zwischen den beiden genannten Großproduktionen und vorliegendem Werk dürfte klar sein wer als Sieger hervor geht. Auch wenn ich die anderen beiden Filme für sehenswert halte, aufgeschlossenen Filmfans empfehle ich „Def by Temptation“ doch eher.

Fazit: Sehenswerter Independent-Grusler mit einigen bekannten Gesichtern und wunderbar nostalgischer Machart. Alleine die Einzigartigkeit des Films qualifiziert „Def by Temptation“ zu den interessantesten Troma-Werken, und unter anderem durch die Mitarbeit von Samuel L. Jackson und Kardeem Hardison Dürfte der Film auch ein größeres Publikum ansprechen.

07 / 10

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