Später Nachklapp zu den Horrorergüssen aus der Blaxploitation-Welle, wobei mit "Blacula", "Abby" oder "Blackstein" die Bekanntesten genannt seien. Hier wird etwas Femme Fatale-Thriller mit Vampir- und Mystery-Ringelpietz vermengt, um das Ganze in die frühen Neunziger zu transferieren. Das bedeutet: Jeder zweite Darsteller schaut aus wie der Prinz von Bel Air, noch dazu wurde "Def by Temptation" in der typischen Videoclip-Optik aus der damaligen Zeit runtergeschossen. MTV lässt schön grüßen!
Nun macht also ein weiblicher Man Eater (die hübsche Cynthia Bond) die Bars von New York unsicher, um sich diverse Kerle zu krallen,denen eine nicht ganz so stimmungsvolle wie stilsichere Nacht bevorsteht.... Zwei Theologiestudenten treten auf den Plan.
In seinen etwas dünn gestreuten Momenten hat "Def by Temptation" durchaus das Zeugs zum Kult: Eines der Opfer wird wie bei "Poltergeist" oder Freddy Krueger vom Fernseher gefressen, ein anderer bestellt sich Bloody Mary und kotzt ihn sich dann selbst in Glas. Darüber hinaus gibt es jede Menge Softsex wie bei den Erotikthrillern aus dieser Epoche so üblich. Ansonsten hält sich diese Direct-To-Video-Produktion sehr zurück, was den Sex´n Violence-Pegel anbelangt.
Viel enttäuschender ist das, was zwischen den guten,sehenswerten Sequenzen liegt: Jede Menge langatmiges Füllmaterial, in dem eine Komödie sehen kann wer will. Die Handlung gerät schneller ins Stocken und ins Holpern als einem lieb ist. Leider sind das 60 bis 70 Prozent der gesamten Story. Das Comic Book-Ending, wo einem nochmal die schrägen MakeUp-Effekte nur so um die Ohren fliegen, entschädigt da nicht unbedingt für die viele vertane Zeit. Immerhin ist die unfreiwillige Komik manchmal tatsächlich das Lustigste an dem gesamten Werk. Dass "Def by Temptation" sehr schnell bei Troma landete, ist ohnehin kein Ritterschlag für alle Beteiligten.