Bei diesem Kinderabenteuer dürften sich vor allem Zuschauer wohl fühlen, die in den 70ern geboren wurden und eine Kindheit in den 80ern genossen haben.
Genau zu dieser Zeit ist die Handlung angesiedelt und vermag durch eine detailverliebte Ausstattung so manchen Zuschauer eine angenehme Zeitreise bescheren.
Anfang der 80er im fränkischen Heroldsbach: Die “Neusiedler“ – Kinder Jan, Basti und Stevie finden in einer leerstehenden Villa die Schatzkarte einer Kinderbande, die sich vor zehn Jahren aufgelöst hat. Doch davon hat auch die verfeindete Clique „Die Altortler“ unter der Führung von Marie Wind bekommen. Während der Schatzsuche kommen sich die Gruppen immer wieder ins Gehege, doch Gefahren können auch ein Miteinander bedeuten…
Da findet sich ziemlich viel „Stand by me“, ein bisschen „Fünf Freunde“ ohne Hund und ein wenig „Pippi Langstrumpf“ ohne übernatürliche Fähigkeiten.
Natur pur, ein verschwundener Junge, eine Höhle, die einstürzt und das Verständnis unter Kindern, kurz bevor die Pubertät einsetzt: Freundschaft, Rivalität, erstes Verliebtsein…
Über allem schwebt eine wunderbare Atmosphäre mit herrlichen Naturaufnahmen und einer authentischen Ausstattung: Vom Bonanzarad, der typischen Kleidung, C-64, und dem „Wunschfilm“(!!!) bishin zu nachvollziehbaren Dialogen mit entsprechender Wortwahl.
So hätte sich das auch zu meiner Kinderzeit abspielen können und die überzeugenden Jungdarsteller tun ihr Übriges, damit man nicht den Eindruck bekommt, dass gleich jemand sein Handy aus der Tasche zückt.
Die Welt, in der man als Kind gelebt hat: Schatzsuche, Höhlenerkundung, Angst davor, irgendwo im Wald einmal eine Leiche zu entdecken oder eine Handgranate zu finden, die jederzeit losgehen könnte.
Da mag die etwas dürftig ausgearbeitete und leicht abgekupferte Story kaum ins Gewicht fallen, denn die Stimmung bringt Humorvolles, Nachdenkliches und Spannung in ein ausgewogenes Maß.
Dazu eine süße und melodische Musikuntermalung und fertig ist der Nostalgietrip.
Dieser Abenteuerfilm aus Deutschland erreicht zwar nicht die liebevolle Stimmung des Vorbildes „Stand by me“ und auch die Charaktere bleiben etwas oberflächlich. Er kann aber durch typisch deutsche Ausstattung jener Zeit überzeugen und mit sympathischen Darstellern punkten, die zu keiner Zeit nerven.
Eine Schatzsuche zum Wohlfühlen, die man mehr als nur einmal antreten kann.
8 von 10 Punkten