Review

Wer bei David Hogan Film eine bluttriefendes Schlachtenepos ist leider falsch. Den „Soldier Of God“ ist ein eher leiser Film über die Auseinandersetzung von Christen und Moslems im 12. Jahrhundert (ich hoffe das ist korrekt).  Ein Tempelritter wird nach einer großen (verlorenen) Schlacht verwundet und wird gefangengenommen. Nach einem Überfall auf die Karawane kann er fliehen und macht sich auf einen Gewaltmarsch durch die Wüste Richtung Jerusalem. Kurz vor dem Verdursten wird er von dem Sarazenen Hassan gefunden, der ihm Wasser gibt und ihm so da Leben rettet. Aber damit war es nicht die letzte Begegnung, denn der Christ kann dem Moslem kurz darauf seinerseits das Leben retten. Es stellt sich heraus, dass beide auf dem Weg nach Jerusalem sind – nur aus verschiedenen Gründen. Somit machen sie sich die „Feinde“ zusammen auf dem Weg...   Sicher gibt es einige Actionszenen – und wenn der Tempelritter zuschlägt, spritz auch Blut – aber darum geht es nicht. Im Endeffekt ist „Soldier of God“ ein „Abenteuer - Road Movie“, das sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Moslem und Christen auseinandersetzt. Allerdings vergeht sich der Film auch nicht in ewigem Geschwafel, sondern ist auch in den Szenen stark, in denen nichts gesagt wird. Der Tempelritter ist eher der schweigsame Typ, während der neugierige Hassan alles über seinen Mitreisenden wissen will. Bei den Gesprächen wird oft in Frage gestellt, wer nun der „Zivilisierte“ ist – oder wer den richtigen Glauben hat. Denn in ihrem Glauben und auch in ihrer Verachtung dem „Feind“ gegenüber sind beide sich recht ähnlich. Die Schlüsselszene hierbei ist eine Szene in der Moslem, Jude und Christ zusammen essen und quasi die Essenz der Geschichte in wenigen, aber einfachen Worten wiedergibt.  Filmisch ist der „Independent“ Film auf höchstem Niveau. Die Bilder der Wüste sind so stimmungsvoll und atmosphärisch eingefangen, dass das Zusehen über 90 Minuten lang eine wahre Freude ist.   Wer filmisch, wie auch inhaltlich, gut unterhalten werden will, kommt an „Soldier of God“ nicht vorbei. Selten wurde solch ein Thema so frisch und ohne falsche Pathos umgesetzt und bekommt deswegen von mir die Wertung : „Schlichtweg genial!“

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