Das Heilige Land 1187: Rene ist ein hingebungsvoller Mönch der berüchtigten und kriegerischen Tempel-Ritter, einem religiösen Orden, dessen Mission es ist, die christlichen Pilger zu beschützen. Bei der historisch erwiesenen, verheerenden Schlacht bei den Horns of Hattin wird er fast getötet. Während dieser Kämpfe stirbt ein Großteil der christlichen Armee. Rene wird auf dem Schlachtfeld von Banditen gefangen genommen, kann aber entkommen und in die Wüste fliehen. Er wird von Hasan, einem mysteriösen islamischen Reisenden, vor dem Verhungern gerettet.
Verfilmungen um die Kreuzzüge und das Ringen über die Herrschaft über Jerusalem kennt man ja gemeinhin als Schlachtenepen der Religionen mit einem Schuß Abenteuerflair. Die Soldaten Gottes destilliert aber diese Thematik in ein einsames Wüstenzelt, wo aufgrund von Verletzungen ein Kreuzritter und ein Sarazene zusammen mit der einsam lebenden Wüstenschönheit Soheila, die als weise Vermittlerin zwischen den Welten fungiert, sich eine Zeitlang aufhalten müssen. Damit auch alle für die Gegend relevanten Religionen zu Wort kommen, darf natürlich auch ein jüdischer Händler als zusätzliche Sichtweise nicht fehlen. Wenn ich es jetzt böse formulieren würde, bietet der Film nichts anderes, als die typische politische Talkshow auf Phoenix nur eben mit anderem Hintergrund.
Die Macher bemühten sich allerdings um eine wertfreie objektive Darstellung der verschiedenen Sichtweisen. Jeder Religion wird der Spiegel vorgehalten, die guten und schlechten Seiten, so daß jeder Zuschauer sein eigenes Fazit aus den Dialogen ziehen kann (die kleinen Ausflüge in den Feminismus halte ich allerdings für etwas fehlplatziert), also quasi Völkerverständigung in kleinem Kreis mit Lagerfeueratmosphäre im Wüstensand.
Der ganze philosophische Ansatz des Themas hat zwar auch seine Reize, aber wenn ich mich entscheiden müßte, wären mir doch Beiträge lieber, die so etwas wie Tempo, Action, Schlachten oder Massenszenen glänzen können. Etwas davon hat zwar auch Soldaten Gottes zu bieten, aber es bleiben doch Randerscheinungen.
Als Film erscheint mir die Zielsetzung doch etwas zwiespältig. Eine große Fanbase wird der Independent Streifen so mit Sicherheit nicht aufbauen können. Für Fans von Königreich der Himmel kann man die Soldaten Gottes sicher nicht empfehlen, Freunde der ruhigen Konfrontation a la Enemy mine könnten aber mal einen Blick riskieren.
5/10