Kein Anschluss unter diesem Summer
"Ich komm dir gleich durch die Leitung!" muss sich der Killer in "Starkstrom" aka "Bells" aka "Murder By Phone" gedacht haben, der seine Opfer bzw. deren Gehirne durch Telefonwellen mehr oder weniger kocht. Und nun liegt es an einem engagierten Uniprofessor (Richard Chamberlain!) ihn dingfest zu machen...
"Scanners" by Telephone?!
Ein wenig lahm ist "Starkstrom" schon - rockiger deutscher Titel hin oder her. Chamberlain ist wie fast immer ein verlässlicher Leading Man, die wenigen "Telefonkills" sind in Ordnung (wenn auch bei weitem nicht so splattrig und spektakulär wie bei Cronenberg) und im Grunde sind das 90 Minuten, wie sie komprimierter, schwungvoller auch als "Fall der Woche" bei "Akte X" oder "Twilight Zone" hätten aufkommen können. Das Interesse zum Lösen dieses "Technohorrors" bleibt beständig hoch. Und trotzdem setzte mich hier rein gar nichts... unter Strom. Um beim Thema zu bleiben. Gerade wenn man mit nicht unähnlichen Hits dieser Zeit a la "Firestarter" oder "The Fury" vergleicht. Da schlafen "Starkstrom" schon ein ums andere Mal die Füße ein. Und dabei ist die Laufzeit jetzt alles andere als ausufernd. Aber irgendwie fehlen ihm Intensität, Drive und echte Gefahr. Vielleicht ist es auch einfach zu weit hergeholt, Leute über's Telefon derart "billig" brennen zu lassen... Nicht schlecht. Aber auch nicht richtig gut.
Fazit: ein cronenberg'scher Epigone zwischen Lächerlichkeit, Gravitas und Effektivität... Kuriosität. Erstaunlich, dass der dermaßen in Vergessenheit geraten ist... Andererseits fehlen ihm auch massiv Charakter und Höhepunkte.