Review

Ehefrust weicht Fleischeslust

"Microwave Massacre" verbindet den ungefährlichen Kannibalen-Quatsch eines "Blood Feast" mit dem tromaschen Vibe der 80er - ein Trashfest, das weiß wie dumm es ist und das es genau das ist. Sozusagen der "Sharknado" seiner Zeit. Unfreiwillig komischer Trash ist zwar sympathischer, aber dieses Festmahl aus der überdimensionierten Mikrowelle (obwohl die damals fast wirklich so groß waren!) ist dennoch ein Winner. Sexistisch, stupide, sinnfrei. Ein durch und durch schlechtes, nahezu idiotisches Machwerk, das es völlig zu recht in Kultkreise geschafft hat. Sprüche wie "I'm so hungry, I could eat a Whore!" oder "I'm building a skyscraper - wanna see it rise?!" sollten für sich sprechen und jeden vorwarnen - hier wird scharf und bodennah und niveaulos geschossen. Aus allen Kanonen. Aus allen Stellungen.

Es geht um einen lange Zeit von seiner Frau tyrannisierten Mann, der diese mehr oder weniger per Zufall in die Mikrowelle kriegt und auf den Geschmack von Frauenfleisch kommt - und ganz nebenbei bekommt er dabei auch noch die erste Erektion seit fast zwei Jahrzehnten... "Microwave Massacre" ist ohne Bier nicht erträglich und man braucht schon einen äußerst stabilen, stumpfen und flachen Humor, um bei dem wilden Treiben dran zu bleiben. Mir persönlich gefällt diese höchst unanständige Kannibalennummer aber ziemlich gut. Mein Humor zeigt sich hier von seiner banalsten und schwanzgesteuertesten Seite. Zum Glück kann ich mich darauf beziehen, wie drüber und nicht ernst zu nehmen das Ganze doch ist. Damals wie heute. Das Finale wird quasi ausgelassen und der Abspann kommt plötzlich, kurz nach einem völlig bizarren Twist, doch vor lauter Hupen, Huren und Haute Cuisine wird man davon eh kaum noch etwas mitbekommen. Kurz, knapp, knackig. Film wie Frauen.

Fazit: nicht nahrhaft aber schmackhaft - eine der dümmsten und schönsten Trashgranaten ihres Jahrzehnts. Bonkers!

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