Review

Vielleicht hat der Film keine glatten zehn Punkte verdient, aber wie soll man werten, wenn der Film auch nach über dreißig Jahren Pause (da habe ich ihn das letzte Mal gesehen) wieder richtig gut unterhält und einfach nur Spaß macht. Mir ist jetzt schon klar, dass viele diese Wertung für einen solch "verstaubten" Film für zu hoch erachten. Wer den Film kennt, wird michvielleicht  verstehen, die anderen fordere ich auf, sich auf diese schwungvolle und höchst musikalische Komödie einzulassen.

Bei dem Film handelt es sich um das Remake des Films "Die Nacht vor der Hochzeit" aus dem Jahr 1940, der ebenfalls gelungen ist, dem aber die grandiose musikalische Begleitung durch die Songs von Cole Porter fehlt. Schon in der Ouvertüre (vor Beginn der Handlung) hört man das Orchester viele bekannte Evergrenns (z.B. "High Society" oder "True Love") anspielen.

Erzählt wird die Geschichte von Tracy Lord, die aus einer reichen Familie stammt und kurz davor ist, ein zweites Mal zu heiraten. Ihr Exmann Dexter taucht jedoch am Tag vor der Hochzeit auf, um ein Jazzfestival vorzubereiten und insgeheim die Eheschließung zu verhindern, da er Tracy immer noch liebt. Hinzu kommen noch Reporter des SPY-Magazines, die von der Hochzeit und dem Leben der oberen Zehntausend berichten wollen. In der Folge kommt es zu einer Reihe von turbulenten Ereignissen und Verwicklungen (ganz im Stile einer Screwball-Comedy). Die Dialoge und Gags sind dabei meist treffsicher und werden von dem gut aufgelegten Schauspielensemble mit Bravour gespielt.

Die Rollen sind insgesamt hochkarätig besetzt. Bing Crosby spielt Exehemann C.K. Dexter-Haven (vielleicht schon etwas zu alt für diese Rolle, aber dennoch überzeugend, auch in den Gesangsparts). Ihm zur Seite spielt Grace Kelly die verwöhnte Tracy Lord (ihre letzte Filmrolle, bevor sie den Fürsten von Monaco heiratete und sich aus dem, Filmgeschäft zurückzog). Besonderen Glanz verleihen Frank Sinatra und Celeste Holm ihren Nebenrollen als Reporter des SPY-Magazines. Musikalisch wirken zudem Louis Armstrong und sein Orchester mit. Armstrong markiert sowohl den Anfang des Films (mit dem Lied "High Society") als auch das Ende (mit dem Ausspruch "End of Story").

Regisseur Charles Walters und seinem Team gelingt eine perfekte Musical-Inszenierung, die zwar den Geist der 1950er Jahre widerspiegelt, aber nicht so "verstaubt" ist, wie vielleicht auf den ersten Blick zu vermuten wäre.

So erlebt man auch heute noch einen unterhaltsamen Abend mit mitreißender Musik und tollen Gags, wenn man sich den Film anssieht. Gute Laune ist am Ende fast schon garantiert.

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