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1972: Die 11-jährige Vada Sultenfuss lebt zusammen mit ihrem Vater, einem Bestattungsunternehmer, seit ihre Mutter bei ihrer Geburt starb. Ihr bester Freund ist Thomas J., mit dem sie allerlei erlebt. Als dann die Kosmetikerin Shelly das Leben von Vater und Tochter tritt, wird das Leben der beiden auf den Kopf gestellt.

Nachdem ich diesen Film gesehen habe, musste ich sofort an "Harold und Maude" denken. Doch was haben die Liebesgeschichte zwischen einem Jugendlichen und einer Seniorin und zwei Kindern gemeinsam? Nun, eigentlich gar nichts, wenn man mal von den Charaktereigenschaften der jeweiligen Hauptfiguren absieht. Beide haben Todessehnsucht, was eine sehr bizarre Eigenschaft für eine Kinderfigur ist, dennoch reizend, da Kinder in den meisten Filmen als blasse Helden dargestellt werden oder einfach nur im Hintergrund als Ausschmückung rumstehen.
In diesem Film haben sie eine besondere Eigenschaft. Zudem bewies Regisseur Howard Zieff ein glückliches Händchen mit der Besetzung seiner zwei Hauptdarsteller. Anna Chlumsky als Vada und Macaulay Culkin als Thomas J. spielen ihre Rollen sehr überzeugend, vor allem im rührenden Ende, bei dem kein Auge trocken bleibt. Sehr interessant ist auch die Konstellation der 2 Liebesgeschichten in "My Girl". Zum einen die zuerst nicht ganz so offensichtliche Liebe zwischen Vada und Thomas J. und zum anderen die des Vaters und der Kosmetikerin Shelley. Auf der einen Seite die erste große Liebe (wobei Vada auch noch in ihren Schullehrer verliebt ist) und auf der anderen ein Mann, der seit 20 Jahren kein Date mehr hatte und sich nach dem Tod seiner Frau zurückzog und der geschiedenen Shelley.

Howard Zieff gelang ein anrührender Film, der auch einige Lacher zu bieten hat. In dem Genre, in dem sich der Film bewegt, kann er als perfekt bezeichnet werden.

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